Auktion 165D

Amour Fou
Figürliche Keramik und Limoges Vasen von Rokoko bis Art Déco. Eine Privatsammlung

09. November 2022 um 18:00 MESZ


Wir freuen uns, Ihnen eine Sammlung von wunderbaren Porzellan- und Keramikfiguren aus drei Jahrhunderten präsentieren zu dürfen. Nicht alle, aber doch viele Figuren und Figurenpaare von so unterschiedlichen Herstellern wie der Königlichen Porzellanmanufaktur Meissen, der Firma Rosenthal in Selb und dem Wiener Friedrich Goldscheider kreisen um das Thema der Liebe in ihren unterschiedlichen Ausformungen wie Eros (sinnliche Liebe), Philia (freundlschaftliche Liebe) und Agape (selbstlose Liebe).

Die Auktion beginnt mit einem der frühesten Entwürfe der Offerte - die entzückende Gruppe ‚Venus und Amor,‘ wurde im 18. Jahrhundert für die KPM Meissen gestaltet. Der freche kleine Amor hält Bogen und Köcher schon bereit, um mit seinen Pfeilen die Liebe in allen ihren Facetten zu entfachen. In die Gruppe des „Eros“, der leidenschaftlichen Liebe, gehören der „Liebesfrühling“ von Richard Aigner, 1913 für Rosenthal mit einem sich küssenden Paar, die beiden sich etwas zuflüsternden Damen am Strand von Karl Ens aus den 1920er Jahren und auch der ‚Kavalier am Schreibtisch’ von J.J. Kaendler, bereits 1740 entworfen und damit das älteste Stück der Kollektion. Zu gerne möchte man wissen, wer den Liebesbrief erhält, den er da schreibt… Nicht vergessen darf man natürlich die schöne Helena von Michael Powolny, 1907. Sie und ihr Geliebter Paris lösten mit ihrer Amour Fou gar gleich den Trojanischen Krieg aus.

„Agape“ und „Philia“ sind nicht ganz so leicht zu erkennen, am besten kommen sie zur Geltung in den Gruppen „Mutter und Kind“ der Porzellanfabrik Fraureuth aus den 1920er Jahren und der beiden Schwestern, in der die Ältere der Jüngeren das Schlittschuhlaufen beibringt (Alfred König, 1904). Die Tänzerinnen aus der Wiener Manufaktur Goldscheider wiederum, bilden, wenn man so will, eine vierte Gruppe: Sie stellen die Liebe zum Leben dar, die sich bei ihnen in ausgelassenem Tanz äußert. Als Beispiel sei hier Josef Lorenzls ‚La Jana‘- Tänzerin mit Tamburin von 1933 genannt, die in ausladendem Tanzschritt ihre langen Beine zeigt.

Abgerundet wird die 112 Objekte umfassende Sammlung durch weitere Paare und Einzelfiguren in unterschiedlichsten Lebenssituationen und Haltungen. Zum Abschluss kommt zudem eine farbenprächtige Auswahl emaillierter Vasen und Objekte aus Limoges zum Aufruf.