Auktion 150B

Jugendstil - Art Déco

26. Mai 2020 um 15:00 MESZ


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Jugendstil - Art Déco
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Der Jugendstil war in vielen Teilen der Welt zuhause. An jedem Ort hatte er seine ganz besondere Ausprägung. Unterschiede entwickelten sich im Lauf der Zeit und die diversen lokalen Ausprägungen beeinflussten sich gegenseitig. Der Stil der beiden Jahrzehnte vor und nach der Jahrhundertwende von 1900 war also bereits globalisiert, wie man heute sagen würde. In unserer Jugendstil-Auktion wird ein breites Spektrum von Werken angeboten, die diese Vielfalt sehr gut repräsentieren. So sind Arbeiten aus Paris, Nancy, Wien, München, Berlin, Darmstadt, New York, Budapest und Prag, also den wichtigsten Zentren der Kreativität um 1900, im Angebot. Alle Darstellungen kreisen um die Themen Natur und Mensch, mal mehr stilisiert, mal ganz naturalistisch. 

Der Tschechische Illustrator Alphonse Mucha hatte seine große Karriere in Paris. Ihm verdanken wir die stilisierten verführerischen Frauendarstellungen inmitten einer idealisierten Natur. Seine vier Tageszeiten ‚Heures du jour‘ aus dem Jahr 1899 werden einzeln mit jeweils geschätzten € 2.800 - 3.800 angeboten. Von der ungarischen Keramik-Manufaktur Zsolnay gibt es eine Aufsatzschale in Muschelform um deren Schaft sich eine Schlange windet, deren züngelndes Haupt über den Rand schaut - Schätzpreis € 1.500 - 2.000. 

Einen ganzen Apfelbaum hat Louis C. Tiffany mit seiner Tischleuchte ‚Apple Blossom‘ um 1904 zum leuchten gebracht. Diese Lampe ist mindestens genauso selten wie die ikonische ‚Wisteria‘ von Tiffany und führt die Offerte mit einer Taxe von € 60.000 - 90.000 an. 

Für den Sammler von Lothringer Glas wird neben vielen schönen Vasen und Schalen eine bedeutende Vitrine von Louis Majorelle angeboten. Das schlanke Möbel mit eleganten plastischen Schnitzereien und Intarsien ist auf € 24.000 - 28.000 geschätzt. Sehr schön würde sich Emile Gallés Vase ‚Orchis bouc‘ mit aufwendiger Emailbemalung auf vielfarbigem, teils martelliertem Glasgrund darin machen. Die äußerst seltene Vase in reduzierter asiatischer Formgebung ist auf € 6.000 - 8.000 taxiert. 

Eine Vase der böhmischen Manufaktur Lötz nach Entwurf des Malers Franz Hofstötter ist ganz den Idealen der Wiener Sezession verschrieben. Die für Bakalowits in Wien 1901 gefertigte Vase ist auf € 3.600 - 4.800 taxiert. Die Berliner Keramik-Werkstatt von Richard Mutz fertigte 1906 Ernst Barlachs Vasenentwurf mit zwei Masken als Henkeln. Diese seltene Arbeit wird mit € 2.500 - 3.300 angeboten. 

Die Roaring Twenties bildeten die passende Kulisse für die kostbaren und extravaganten Skulpturen aus Bronze und Elfenbein. Demètre Chiparus’ knapp 50 cm hohe Tänzerin ’Solo’ aus dem Jahr 1928 ist auf € 30.000 - 40.000 taxiert - im selben Jahr schuf Ferdinand Preiss seine ‚Speerwerferin‘, die mit € 22.000 - 28.000 angeboten wird. 


Quittenbaum freut sich über Rekord-Ergebnisse

Wir bedanken uns herzlich bei unseren Kunden, die sich in dieser ungewöhnlichen Zeit rege v.a. über unsere Plattformen und an den Telefonen an unseren Jugendstil/Art Déco-Auktionen im Mai beteiligt haben. Ihr Zutun hat uns eine der erfolgreichsten Auktionen der letzten Jahre beschert.

Unübertroffen ist das Ergebnis für die schöne und höchst seltene 'Apple Blossom'-Tischleuchte von Louis C. Tiffany, für die wir, laut Artnet, mit einem Zuschlag von EUR 110.000 den höchsten Preis für eine Tiffany-Tischleuchte ausserhalb der USA erzielen konnten. Daneben gab es aber noch weitere Objekte, die von den Kunden heiß umkämpft wurden.

Die Auktionen begannen, fast schon traditionell, mit einer schönen Sammlung an Vasen und Objekten von René Lalique, Wingen-sur-Moder. Der höchste Zuschlag erfolgte hier für die seltene große Vase 'Bacchantes', bei EUR 23.500 etwas unter ihrer Schätzung (Los 48).

Die reguläre Jugendstil-Auktion begann wie immer mit dem französischen Glas. Eine frühe 'Iris'-Vase von Emile Gallé erfuhr dabei die höchste Preissteigerung. Günstig mit EUR 500 angesetzt, konnte sich ein Saalbieter erst bei EUR 1.300 gegen zahlreiche Gegenbieter aus dem Internet durchsetzen (Los 179). Der höchste Zuschlag erging an Emile Gallés 'Orchis Bouc'-Vase von 1898 mit EUR 7.000 (Los 177). Auch die Firma Charles Schneider erfreut sich wieder großer Beliebtheit. Die Vase 'Nénuphars rouges', von 1928-30, übertraf mit einem Zuschlag von EUR 1.900 ihre Schätzung bei weitem (Los 267). Im österreichischen Glas konnten v.a. die Objekte der Glaswerke Joh. Lötz Wwe. überzeugen. Eine kleine Henkelschale von Marie Kirschner, sehr günstig bei EUR 350 aufgerufen, erzielte sagenhafte EUR 1.100 (Los 291). Für die schief-gewalzte Vase mit Schmetterlingsdekor aus Silber wurden ganze EUR 4.200 bewilligt. Eine kleine Vase, die Franz Hofstötter zugeschrieben wurde (Los 290) und eine 'Medici'-Henkelschale (Los 297), fanden für EUR 4.400 und EUR 4.000 neue Besitzer.

Chryselephantin-Figuren stehen nach wie vor hoch im Kurs. Der höchste Zuschlag hier erfolgte für D. H. Chiparus' 'Solo'-Tänzerin, um 1928, mit EUR 42.000 (Los 337).

Lag das Hauptaugenmerk der Sammler in den letzten Jahren deutlich auf Glas und Bronzefiguren, erfreuten sich dieses Mal die Sparten Metall, Silber und Keramik ebenfalls großen Zuspruchs. Eine kleine emaillierte Puderdose des Wieners Karl Mayr kletterte von EUR 400 auf 2.900 und geht nun in die USA (Los 473). Eine gelbe Steingut-Vase von Bertolt Löffler wurde gleich von fünf Telefonbietern umkämpft, bevor sie für EUR 3.500 zugeschlagen wurde (Los 574). Sehr erfreulich ist auch das Ergebnis für eine seltene Schale mit Schlange von Vilmos Zsolnay aus Ungarn. Sie wurde von drei Telefonbietern auf stolze EUR 16.000 gesteigert und tritt nun ebenfalls den Weg in die USA an (Los 583). Bei Möbeln und anderen Einrichtungsgegenständen stachen die seltene 'Clématites'-Vitrine von Louis Majorelle für EUR 30.000 (Los 627) und ein Teppich der Web-Lehrerin Bertha Honecker, um 1905, hervor, der von EUR 500 auf 1.200 hochgesteigert wurde (Los 640).

Weitere schöne Möbel und Objekte finden Sie noch bis zum 26. Juni 2020 in unserem Nachverkauf.