Robert Indiana

1928 New Castle, IN  – 2018 Vinalhaven, ME


Robert Indiana, eigentlich Robert Clark, wurde 1928 in Indiana geboren und wenig später adoptiert. In seinen ersten Lebensjahren zog er häufig innerhalb des Bundesstaates um und bereits in den ersten Schuljahren kristallisierte sich sein künstlerisches Können heraus. Nach dem Beenden der Schulausbildung an der Arsenal Technical High School ging er drei Jahre lang zur U.S. Air Force. Im Anschluss studierte er am Art Institute of Chicago sowie an der Skowhegan School of Sculpture and Painting in Maine und ging zuletzt nach Europa, um sich am Edinburgh College of Art in Schottland einzuschreiben. Nach seinem Umzug nach Manhattan Mitte der 1950er Jahre wurde er Teil einer Künstlergruppe am Coenties Slip, zu der auch James Rosenquist und Agnes Martin gehörten. Inspiriert wurde er in dieser Zeit vordergründig von seinem Wohnort am südöstlichen Hafen Manhattans. Besonders die Blätter des dort wachsenden Ginkgobaums wurden in seine Kunst integriert. Auch machte er sich in dieser Gegend auf die Suche nach Materialien für seine Assemblagen, die aus Fundstücken wie verrosteten Metallteilen oder Holzstücken bestanden. Mit der Verwendung der Schablonentechnik auf seinen Assemblagen fanden kurze aussagekräftige Wörter erstmals Einzug in seine Kunst. Seiner Heimat Indiana blieb der Künstler trotz des Umzugs tief verbunden, dies zeigt sich 1954 durch die Annahme des Pseudonyms ‚Robert Indiana‘. Zudem wird hieran erneut seine Vorliebe für die Americana-Kultur und die Bedeutungskraft einfacher Wörter deutlich. Vorrangig schuf Indiana ab dieser Zeit freistehende Skulpturen und Gemälde, die bunte Zahlen und Schlagwörter zum Thema hatten. Der Künstler führte die Motive als flächige Hard-Edge-Paintings (ähnlich der Farbfeldmalerei) und auf ihre Grundfarben reduziert aus und so wurden sie zum seinem Signum. Durch Beteiligungen an zahlreichen Ausstellungen in New York wurde Indiana zu einem gefragten Künstler, der sich in seinen Werken kritischen politischen und gesellschaftlichen Thematiken widmete, die durch prägnante Texte, Symbole und Zahlen ausgedrückt wurden. Zudem arbeitete er mit Andy Warhol zusammen, für dessen Stummfilm ‚EAT’ Indiana als Hauptdarsteller fungierte und dabei gefilmt wurde, wie er einen Pilz aß. Sein wohl bekannteste Motiv, LOVE, entstand Anfang der 1960er Jahre, als das Museum of Modern Art in New York Indiana mit der Gestaltung einer Weihnachtskarte beauftragte. Der Künstler verlor dabei allerdings die Rechte an der Vermarktung des Schriftzugs, da die Karte den Copyrightvermerk des Museums und nicht des Künstlers trug. LOVE konnte sich in Folge dessen weltweit und in unzähligen Medien wie Drucken, Skulpturen, Ringen oder Briefmarken verbreiten und wurde zum Inbegriff eines Pop-Art-Motivs. 1978 zog Indiana auf die Insel Vinalhaven in Maine, dort schuf er, abgeschottet von der turbulenten Kunstwelt New Yorks weitere Klassiker wie ‚The Hartley Elegies‘. Die erste Retrospektive fand 2013 im Whitney Museum of American Art statt, fünf Jahre später starb der Künstler in Vinalhaven. Indiana gilt heute als einer der wichtigsten Vertreter der amerikanischen Pop-Art, seine Werke werden auf der ganzen Welt ausgestellt und sind in den Sammlungsbeständen großer Kunstmuseen zu finden.

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