Auktion 180A

Jugendstil - Art Déco

09. Dezember 2025 um 15:00 MEZ


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Die Liebhaber des Kunsthandwerks und Designs um 1900 haben in der Auktion am 9. Dezember die Qual der Wahl in der hochkarätigen Sammlung an Objekten, Lampen und Möbelstücken.

Glas, Möbel und Keramik sowie Porzellan u.a. warten mit einigen Kostbarkeiten auf.

Beim Glas zeichnete Henri Bergé für eine besonders seltene Version der ‚Pluviose‘-Vasen verantwortlich. Durch die Intercalaire-Malerei und die Bearbeitung der Oberfläche mit diagonalem Radschnitt fühlt man Wind und Regen förmlich auf die Bäume niederprasseln (SP 4.000 - 6.000 EURO). Auf besonderes Interesse sollte auch die Balustervase mit dem dem ungewöhnlichen Maiskolben-Dekor der Brüder Daum stoßen. Hier verhelfen eingeschmolzene Edelmetallfolien den Maiskörnern zu ungewöhnlicher Plastizität. 3.000 - 4.000 EURO werden hier veranschlagt.

Von Emile Gallé stammt die schöne Marqueterie-Vase mit Kleeblattmündung ‚Paysage et Papillons‘, um 1900. Die drei aufgelegten Schmetterlinge in Orange und Violett fliegen auf der zylindrischen Wandung über angedeutete Baumwipfel. 5.000 - 6.000 EURO werden für das schöne Stück erwartet. Insekten spielen eine große Rolle im Werk des Künstlers; so verwundert es nicht, dass Gallé das Schmetterlingsmotiv ebenfalls auf der Tür des seltenen Hängeschranks ‚Ombellifères‘ aus dem gleichen Jahr benutzte (SP 3.000 - 5.000 EURO). Auch die Libelle nimmt im Oeuvre Emile Gallés einen besonderen Platz ein. Er verwendet das Insekt motivisch schon 1881 für keramische Arbeiten, dann auch für unterschiedlichste Glasentwürfe. Bei dem seltenen ‚Libellules’ -Teetisch, dem Hauptlos unserer Auktion, bilden drei als plastische Schnitzarbeit ausgeführte Libellen die Stützen, die eine sechs- bzw. dreipassige Platte tragen. Auf der oberen, sechspassigen Platte fügt sich das Insekt fließend in die in aufwendiger Marqueterie gestaltete Landschaft mit Teich und Seerosen ein. Für das aus bis in die Zwanziger Jahre nachweisbarem Familienbesitz stammende Möbelstück sollte der geneigte Interessent mindestens 30.000 - 40.000 EURO investieren.

Freunde der Jugendstil-Keramik finden sicherlich großen Gefallen an der wunderschönen ‚Eulenvase‘ von Lucien Lévy-Dhurmer für Delphin Massier, um 1890. Das Unikat das sich seit den 1970er Jahren in Privatbesitz befand ist jetzt mit 4.500 - 5.500 EURO taxiert. Besonders ist auch der Preis für das Rennen auf der Galopprennbahn in Freudenau bei Wien, 1908. Die ungarische Post verewigte das im wilden Galopp kämpfende Reiterduo auf einer Briefmarke zum 150. Jubiläum der Manufaktur Vilmos Zsolnay im Jahre 2004. 5.000 - 6.000 EURO werden mindestens erwartet.

Besonders aussergewöhnlich ist auch die Bodenvase von Hermann Gradl In Zusammenarbeit mit Villeroy & Boch und der Orivit-Metallwarenfabrik entstand die bedeutende Henkelvase, die den aufwendigen Unterwasserdekor des Korpus in ihrer Zinnmontierung halb- und vollplastisch weiterführt. Trotz eines fehlenden Stücks sollten 9.000 - 12.000 EURO gut investiert werden.


Die Jugendstil - Art Déco-Auktion am Dienstag den 9. Dezember stieß auf sehr großes Interesse bei deutschen und internationalen Liebhabern.

Eine wunderbare Sammlung an hochkarätigen Vasen aus den Werkstätten Daum Frères und frühe Werke von Emile Gallé stand im Mittelpunkt. Das Top-Los, eine Intercalaire-Vase ‚Pluviose‘, um 1900, wurde von mehreren Telefonbietern und Kunden auf verschiedenen Plattformen in heißem Gefecht auf EUR 30.000 hochgesteigert. Emile Gallés 'Marqueterie'-Vase 'Paysage et Papillons', um 1900, kletterte dagegen auf 18.000 EURO. Einen der ikonischen Frauenköpfe von Franz Hagenauer sicherte sich ein Münchner Sammler. Das abstrakte Werk im Stile von Constantin Brancusi war dem Bieter EUR 20.000 wert (Los 162).

Frühe Figuren von KPM Meissen aus der Feder von Johannes Schilling, ‚Der Mittag‘ ‚Die Nacht’ und ‚Der Abend gingen nach langem Bietgefecht zwischen drei internationalen Sammlern für je EUR 15.000 in die USA. Aus derselben Sammlung stammte auch eine Reihe von 27 Figuren der Wiener Firma Friedrich Goldscheider. Die eleganten Tänzerinnen erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit, sodass es nicht verwundert, dass fast alle neue Besitzer fanden. Ein Münchner Sammler sicherte sich die ‚Tänzerin im Schmetterlingskostüm‘, das seltenere Gegenstück zum ‚Gefangenen Vogel‘ für EUR 6.500 (Los 320).

Die imposante ‚Unterwasser‘-Vase von Hermann Gradl für Orivit, deren Dekor von der Zinnmontierung aufgenommen wird, bestätigte Ihre Schätzung mit EUR 8.000 (Los 234).

Ein seltenes Hängeschränkchen aus der Möbelwerkstatt von Emile Gallé mit aufwendiger Schnitzerei und intarsierter Landschaft mit Schmetterling tritt nun für EUR 3.600 den Weg in die Niederlande an (Los 150).

Weitere schöne Objekte finden Sie in unserem Nachverkauf, der noch bis zum 9. Januar 2026 geht.