Auktion 181A

Design

24. März 2026 um 15:00 MEZ

Ende des Nachverkaufs
24. April 2026



Mit der Auktion Design eröffnen wir am 24. März das Auktionsjahr 2026. Die etwas mehr als 500 Lose umfassende Offerte spannt einen weiten Bogen des internationalen Designs des 20. Jahrhunderts und vereint ikonische Entwürfe mit Sammlerstücken sowie einer umfangreichen Privatsammlung.

Die Sammlung Dr. Bernhard Serr (Kat. Nr. 1-62) bildet mit rund 60 Positionen den Auftakt unserer Auktion. Aufgerufen wird eine Auswahl prägender, internationaler Designobjekte des 20. Jahrhunderts, darunter überwiegend seltene Leuchten sowie Objekte der Alltagskultur. Über Jahrzehnte hinweg ist diese Privatsammlung aufgebaut worden. Seit Beginn ihrer Entstehung Ende der 1970er Jahre ist sie von einem interdisziplinären Interesse an Technik, Musik und Kunst geprägt. Reisen zu Museen und architektonisch bedeutenden Orten in Europa und den USA führten zu einer kontinuierlichen Erweiterung dieser spannenden Kollektion und inspirierten den Sammler zu einer vertieften Auseinandersetzung mit verschiedensten gestalterischen Strömungen des 20. Jahrhunderts. Den zeitlichen Schwerpunkt der Sammlung bilden Entwürfe zwischen den 1960er und 1990er Jahren. Vertreten sind zentrale Positionen der Nachkriegsmoderne, des Radical Design sowie der Postmoderne und der Memphis-Bewegung. Ikonische Entwürfe wie die Stehleuchte 'Toio' von Achille und Pier Castiglioni, Superstudios skulpturale 'Gherpe'-Leuchte, die experimentellen Alchimia-Leuchten 'Paramount' (Kat. Nr. 10) und 'MGM' (Kat. Nr. 11) oder die seltene Leuchte 'Sfera' von Patrizia Innocenti und Sergio Gobbi (Kat. Nr. 13) illustrieren Bernhard Serrs Interesse an technischer Innovation in Verbindung mit außergewöhnlicher Ästhetik und der Popkultur. Dabei nehmen die ebenso bekannten wie klassischen Leuchten von Ettore Sottsass einen besonderen Stellenwert ein. Ergänzt wird die Leuchten-Kollektion durch spannende Objekte der Alltags- und Wohnkultur. Ein Teil dieser Objekte war im täglichen Gebrauch, wodurch sich Sammlung und Lebensraum unmittelbar miteinander berührten. Die Sammlung Serr dokumentiert zentrale Entwürfe des internationalen Designs des 20. Jahrhunderts und damit eine außergewöhnliche und kenntnisreiche Sammlertätigkeit. Mit der Präsentation der Sammlung Serr im Rahmen der Auktion am 24. März laden wir dazu ein, dieses bedeutende Zeugnis zu entdecken.

Nach spannungsgeladenen Bietgefechten in unserer vergangenen Highlightauktion 'Schools of Design', freuen wir uns auch in dieser Auktion wieder ein außergewöhnliches Objekt des niederländischen Architekten und Designers Gerrit Rietveld (1888-1964) anbieten zu können. Zum Aufruf kommt die Kinderschubkarre 'Kruiwagen' (Kat.- Nr. 157), dessen Prototyp Rietveld 1923 für den Sohn des Architekten und Mitglied der De Stijl Gruppe J.J.P. Oud (1890-1963) entwarf. Eine Zeichnung der Karre findet sich in einem Brief von Rietveld an Oud vom 5. Oktober 1923. Das hier gezeigte Modell, hergestellt in den 1970er Jahren von Gerard A. van de Groenekan, vereint Buchenholzstäbe und Sperrholz in den Farben Gelb, Rot, Blau, Schwarz und Weiß – eine Kombination, in der Funktion, Form und Spiel in purer Geometrie verschmelzen. Die Schubkarre kommt aus der Sammlung eines deutschen Architekten der mit van de Groenekan gut befreundet war und einige Objekte direkt aus dem Besitz des Schreiners erwerben konnte. Taxiert ist die Schubkarre auf € 12.000 bis 15.000.

Ein eigenes Kapitel ist den Arbeiten von Piero ­Fornasetti gewidmet, dem ikonischen Entwerfer mit der unverwechselbaren Design-Handschrift. Fornasettis Arbeiten bewegen sich virtuos zwischen Kunst und Kunsthandwerk. Ob Schirmständer, Papierkörbe oder Teller – alltägliche Gebrauchsgegenstände verwandeln sich durch die Bildwelten Fornasettis in Geschichten. Besondere Akzente setzen die Kommode ­'Leopardo' (Kat. Nr. 336) sowie der eindrucksvolle Sekretärschrank 'Archittetura’ (Kat. Nr. 339). Der Prototyp dieses Modells entstand 1951 in Zusammenarbeit von Piero Fornasetti , Gio Ponti und den Fratelli Radice. Die hier angebotene Version wird mit € 20.000 aufgerufen.

Inspiriert von der ersten Mondmission machte sich in den 1960er Jahren die zunehmende Begeisterung für die Raumfahrt und das Weltall auch im Privaten bemerkbar - das Space Age Design zog ein in Wohnräume rund um die Welt. Die Katalog-Nummern 217-267 stehen exemplarisch für diese neue Formensprache, die sich durch organische Linien, kugelige Formen und den Einsatz von Materialien wie Kunststoff, Fiberglas und verchromtes Metall auszeichnete. Neben drei modularen Sitzelementen aus der Serie 'Corbi’ des deutschen Herstellers COR (SP € 9.000 - 12.000) sowie der seltenen Tischleuchte 'Star Trek' von Jeannot Cerutti (Kat. Nr. 217) befinden sich wegweisende Objekte aus dem Bereich der Hifi-Technik in unserer Offerte. Kassettenrecorder, Plattenspieler und Lautsprecher wurden nicht länger funktional gedacht, sondern als Objekt im eigenen Zuhause inszeniert. Hingucker ist zweifelsohne die kugelförmige Stereoanlage 'Vision 2000' (Schätzpreis € 3.000 - 4.000). Die 1970 von ­Thilo Oerke entworfene Musikanlage wurde durch ihre runde, durchsichtige Haube und das verchromte Gestell zum Inbegriff des Space-Age Designs.

Darüber hinaus lassen der Konsol- und Beistelltisch 'Rising Sun' der italienischen Designerin Gabriela Crespi (Kat. Nr. 421), sowie ein Armlehnsessel '37/400' von Alvar Aalto (Kat. Nr. 202) die Sammlerherzen höher schlagen.

Sie sind herzlich eingeladen, die Objekte vom 19. bis 23. März in unseren Räumlichkeiten in der Theresienstraße 60 zu entdecken.