Banksy

1974 Vereinigtes Königreich – lebt in Bristol


Viele Künstler arbeiten unter einem Pseudonym, jedoch wenige treiben dies so auf die Spitze wie Banksy. Er ist das Phantom in der Kunst und gilt trotzdem als der aktuell erfolgreichste StreetArt-Künstler. Die üblichenVermarktungsmuster greifen bei Banksy jedoch nicht, da er kein Copyright auf seine Arbeiten besitzt und zudem seine Anonymität wahrt.

Der Künstler wurde vermutlich um 1974 in Bristol geboren. Es gibt allerdings unterschiedliche Theorien, wer hinter dem Pseudonym steht, das von Banksy selbst penibel aufrechterhalten wird. Auch in Filmen mit oder über Banksy wie 'Exit Through the Gift Shop' (2010), der eine Oscar-Nominierung für den besten Dokumentarfilm erhielt, wurde seine Identität bislang nicht gelüftet.

Zuerst trat Banksy im Großraum London mit Wandarbeiten in Erscheinung. Er arbeitet vor allem mit der Schablonentechnik, da diese am Besten schnell per Sprühdosen aufgetragen werden können. Einige Motive wie 'Girl with Balloon' oder 'Flower Thrower' haben sich zu Ikonen der zeitgenössischen StreetArt entwickelt. In seinen Stencils werden meist soziale Missstände aufgegriffen, aber auch politische Zustände wie die Flüchtlingskrise oder der Nahostkonflikt thematisiert. Seine Kunst stellt Banksy zudem Organisationen wie Greenpeace oder Bands für ihre Plattencover zur Verfügung. Seine Kritik an der Unterhaltungsindustrie setzte er mit dem temporären Freizeitpark 'Dismaland' in England um. Dieser stellte eine Parodie vom Pariser Disneyland dar und war nach Banksy’s eigener Aussage ein Freizeitpark für die ganze Familie, der für Kinder nicht geeignet ist. Durch Werke von mehr als 50 Künstlern, wie Damien Hirst oder Jenny Holzer sowie Musik-Acts entstand eine erfolgreiche alternative Kulturveranstaltung, die sich mit Themen wie Dystopien oder der Migrationspolitik beschäftigte.

Da er die gängigen Mechanismen des Kunstbetriebes ablehnt, werden seine Werke seit 1999 in von ihm selbst organisierten Ausstellungen gezeigt. Zum Teil hängt er seine Bilder auch unautorisiert in Museen, wo die Werke erst nach einiger Zeit entdeckt werden, weshalb sie ähnlich der Graffitis den Charakter der Guerillakunst innehaben. Besonders zeigten sich Banksy’s Aversion gegen die Konventionen des Kunstbetriebs während einer Auktion bei Sotheby’s im Jahre 2018: Nach der Versteigerung von 'Girl with Red Balloon', wurde das Blatt durch einen im Rahmen versteckten Schredder zur Hälfte zerstört. Durch dieses spektakuläre Happening wurden das Motiv und der Name Banksy noch mehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt und tragen bis heute zum Mythos des Künstlers bei.


Objekte aus vergangenen Auktionen