Los: 629

Paul Gauguin Paris 1848 - 1903 Atuona, Französisch Polynesien)
Ohne Titel (Selbstportrait), 1890-er Jahre

Paul Gauguin

Gips, reliefiert, mit bräunlicher Patina. 35,7 x 34,0 x 2,5 cm. Links oben monogrammiert: P GO, rechts oben bezeichnet: OVIRI. Paul Gauguin kam über den Einfluss des französischen Keramikers Ernest Chaplet zum Thema Keramik. Seit 1887 fertigte Gauguin Gefäße an und 1894 brannte er sein letztes Stück im Ofen von Chaplet. Es ist sein Meisterwerk aus Steingut mit dem Namen Oviri. Christopher Gray, der Autor des Katalogs Sculpture and Ceramics of Paul Gauguin spürt in Oviri 'Gauguins tiefe Enttäuschung und Entmutigung. Er ist erst 47 und hat sich zwölf Jahre lang ausschließlich seiner Künstlerkarriere gewidmet. Er hat das Gefühl, dass er keine Fortschritte macht. (...) Das Thema von Oviri ist der Tod, der Wilde, der Ungebändigte. Oviri thront auf einer toten Wölfin, sie erdrückt ihr Junges'. Symbolisiert diese Skulptur den Tod des zivilisierten Ichs, der für die Erneuerung des Künstlers notwendig ist, oder handelt es sich, wie Gauguin an Odilon Redon schreibt um 'das Leben im Tod'? Es ist davon auszugehen, dass dieses Selbstbildnis in Gips im zeitlichen Umfeld der Entstehung von Oviri gefertigt wurde.

Dieses Objekt ist regelbesteuert.

Zuschlag: 12.000 €

151C - Moderne Kunst
25. Juni 2020 um 15:00

Literatur:

Gray, Christopher: Sculpture and Ceramics of Paul Gauguin, Baltimore, 1963, Katalognummer 109, Relief abgebildet S. 241. Mit der Echheitsbestätigung des Wildenstein Instituts, Paris, vom 12. April 2016. Provenienz: Nachlaß des dänischen Bildhauers Nicolai Outzen Schmidt (Ribe 1844-1910 Kopenhagen).