Henry van de Velde
Schreibtisch, um 1908

H. 77,5-85 cm, 215 x 96,5 cm. Ausführung: H. Scheidemantel, Weimar. Eichenholz, Messingbeschläge. Bez.: Innen Hersteller-Metallplakette mit Künstlersignet.

Ursprünglicher Entwurf für Karl Ernst Osthaus' Haus Hohenhof.

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Schätzpreis: 9.000 € - 14.000 €

182A - Jugendstil - Art Déco
16. Juni 2026 um 15:00 MESZ

Literatur:

Karl-Ernst Osthaus (1874-1921), der selbst Philosophie und Kunstgeschichte studiert hatte, war mit vielen zeitgenössischen Künstlern und Architekten befreundet. Er war bestrebt, in seiner Heimatstadt Hagen im damaligen Preußen einen Gegenpol zum die Gegenwartskunst dominierenden Berlin zu schaffen. Eine Künstlerkolonie sollte entstehen, die mit den bereits bestehenden in allen Bereichen mithalten konnte. Durch die Schriften des Kunstkritikers Julius Meier-Gräfe wurde er auf den belgischen Architekten Henry van de Velde aufmerksam. Gleich beim ersten persönlichen Treffen wurde klar, dass van de Velde der geeignete Mann war, die Inneneinrichtung des von Osthaus erdachten Folkwang Museum zu realisieren, in dem - als erstes seiner Art - zeitgenössische Kunst ausgestellt werden sollte. 1902 wurde das Museum in Hagen eröffnet. Bis zum ersten Weltkrieg beauftragte Osthaus den Belgier mit einigen Projekten, neben dem Museum ist das Wohnhaus der Familie Osthaus im Hohenhof heute noch das imposanteste Gebäude, das von Veldes Können zeugt. Er erdachte es zwischen 1906 und 1908 als Gesamtkunstwerk. Nicht nur das Gebäude selbst sondern jedes Detail, vom Besteck über die Beleuchtung bis zu den Schränken der Inneneinrichtung stammen aus seiner Feder.

Osthaus, Henry van de Velde, Hagen, Nachdruck 1984, S. 66.