Los: 84

Eugène Kremer (wohl)
'Intercalaire'-Vase 'Papillon', 1894-1903

Eugène Kremer (wohl), Burgun, Schverer & Co. (wohl) Burgun, Schverer & Co., Verrerie d'Art de Lorraine, Meisenthal

Hohe Ovalform mit eingezogenem, geradem Hals, halbkugelförmige Mündung. H. 17,8 cm. Ausführung: Verrerie d'Art de Lorraine, Burgun, Schverer & Co., Meisenthal. Überfangglas in zwei Grüntönen, satiniert. In mehreren Arbeitsgängen geätzt. Dekor mit Pflanzen und einem Schmetterling durch polychrome Intercalaire-Malerei hervorgehoben. Geritzte Binnenzeichnung, metallische Reflexe. Hals mit einem Band aus rosafarbenem und weißem Email mit goldenen Konturen versehen. Boden sign.: Meisenthal BS & Co. (diamantgerissen).

Zuschlag: 12.000 €

156B - Jugendstil - Art Déco
08. Juni 2021 um 16:00

Literatur:

Malerei zwischen den Glasschichten - 'Intercalaire'

Eugène Kremer entwickelte um 1890 wohl in Zusammenarbeit mit Emile Gallé eine neue Art der Glasdekoration. Diese Technik der Malerei zwischen den Glasschichten wurde am 21. Februar 1896 in Berlin und ein knappes Jahr später, am 23. März 1897 in Paris zum Patent angemeldet. Kurz vor 1900 meldeten die Gebrüder Daum eine verwandte Dekorationsart an, ‚Décoration intercalaire’ bzw. ‚Verreries de grand feu sous couverte’, die großen Erfolg auf der Pariser Weltausstellung hatten.

Im Bereich der Keramik war die Scharffeuermalerei nichts neues, die Schwierigkeit bestand wahrscheinlich in der Übertragung des Verfahrens auf das andere Material. Vor dem Malen mit Emailfarben musste das Glasgefäß vollständig abgekühlt sein. Nach der Malerei mit unterschiedlichen Emaillen wurde das Gefäß wiederholt überfangen und abermals in den Ofen getaucht. Diese wiederholte Erhitzung und Abkühlung des Glaskörpers bedeutete eine extreme Schwierigkeit in der Ausführung.