Biografie
Annamaria Zanella gehört zu den zentralen Figuren im zeitgenössischen Schmuck. Für ihre konzeptionellen und gleichsam poetischen Arbeiten erlangte sie internationale Anerkennung.
Geboren in Padua, einem historischen Zentrum der avantgardistischen Goldschmiedekunst, absolvierte sie ihre Ausbildung am Istituto Statale d’Arte „Pietro Selvatico“ und später an der Akademie der Bildenden Künste in Venedig, wo sie einen Stil entwickelte, der technische Fähigkeit mit einem stark konzeptuellen Ansatz verband.
Eng verbunden mit dem Ethos der ‚Arte Povera‘ stellte Zanella traditionelle Wertvorstellungen in Frage, indem sie Edelmetalle mit unkonventionellen Materialien wie Kunststoffen, Kork und Fundstücken kombinierte. Ihre Werke – oft als „Mikroskulpturen“ bezeichnet – zeichnen sich durch ausdrucksstarke Oberflächen und asymmetrische Formen aus und verwandeln Schmuck in ein Medium poetischer und intellektueller Erkundung. Kräftige Farbakzente sind ein charakteristisches Merkmal vieler Objekte, insbesondere ein blaues Pigment, das sie nach einem Rezept aus dem 14. Jahrhundert selbst herstellte.
Trotz ihrer hohen ästhetischen Qualität steht wertvolles Material nicht im Mittelpunkt. Ihre Werke sind ein Zeugnis von experimenteller Auseinandersetzung mit Form und Material, in die persönliche Eindrücke und Erfahrungen ebenso einfließen, wie politische und gesellschaftliche Kritik.
Zanella wurde zweimal mit dem renommierten Herbert-Hofmann-Preis ausgezeichnet (1997, 2006) und erlangte damit internationale Anerkennung. Ihre Werke befinden sich in bedeutenden Museumssammlungen, darunter das Musée des Arts Décoratifs in Paris, das Victoria and Albert Museum in London und Die Neue Sammlung in München.
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