Biografie
Helmut Newton zählt zu den international bedeutendsten Mode-, Porträt- und Aktfotografen des 20. Jahrhunderts. Er wurde am 31. Oktober 1920 als Helmut Neustädter in Berlin geboren. Von 1936 bis 1938 absolvierte er eine Ausbildung bei der renommierten Berliner Porträt-, Akt- und Modefotografin Yva, eigentlich Else Neuländer-Simon. 1938 verließ Newton das nationalsozialistische Deutschland und gelangte über Triest nach Singapur, wo er kurze Zeit für die Singapore Straits Times arbeitete. 1940 kam er nach Australien und leistete während des Zweiten Weltkriegs Dienst in der australischen Armee. 1946 erhielt er die australische Staatsbürgerschaft.
1947 lernte Newton in Melbourne die Schauspielerin June Browne kennen, die unter dem Namen June Brunell auftrat und die er im folgenden Jahr heiratete. Später wurde sie selbst als Fotografin unter dem Pseudonym Alice Springs bekannt. 1956 ging Newton erneut nach Europa und arbeitete zunächst für die britische Vogue in London. Nach seiner Rückkehr nach Melbourne war er für die australische Ausgabe der Zeitschrift tätig. 1961 zog er nach Paris, wo er einen festen Vertrag mit der französischen Vogue erhielt und daneben für weitere internationale Magazine arbeitete.
Seit den 1960er- und 1970er-Jahren entwickelte Newton eine unverwechselbare Bildsprache, in der sich Mode-, Porträt- und Aktfotografie zunehmend miteinander verbanden. Seine häufig sorgfältig inszenierten Aufnahmen kombinieren Eleganz und Luxus mit Erotik, Provokation und psychologischer Spannung. Besonders prägend wurde seine Darstellung selbstbewusst auftretender Frauen sowie sein Spiel mit Macht, Inszenierung und Rollenbildern. Seine Fotografien fanden durch internationale Magazine ein Millionenpublikum und beeinflussten die Mode- und Werbefotografie nachhaltig.
1975 eröffnete Newton seine erste Einzelausstellung in der Nikon Galerie in Paris; 1976 erschien mit White Women sein erster Bildband. Es folgten zahlreiche internationale Ausstellungen und Publikationen, darunter die Anfang der 1980er-Jahre entstandenen beziehungsweise veröffentlichten Big Nudes, die zu seinen bekanntesten Werkgruppen zählen. 1981 verlegten Helmut und June Newton ihren Wohnsitz von Paris nach Monaco und verbrachten fortan die Wintermonate regelmäßig in Los Angeles. Newton wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem 1990 mit dem französischen Grand Prix National de la Photographie, 1992 mit dem Großen Bundesverdienstkreuz und 1996 als Commandeur de l’Ordre des Arts et Lettres. Im Jahr 2000 zeigte die Neue Nationalgalerie in Berlin anlässlich seines 80. Geburtstags eine große Retrospektive seines Werks. 2003 wurde der Vertrag zur Gründung der Helmut Newton Foundation in Berlin geschlossen. Helmut Newton starb am 23. Januar 2004 im Alter von 83 Jahren in Los Angeles; die Stiftung wurde noch im selben Jahr posthum eröffnet.
Objekte von Helmut Newton
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'Opened for U.S. Customs' (Memphis Tennessee), 1991
Schätzpreis: 3.000 € - 5.000 €
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