Georg Jensen

1866 Raadvad  – 1935 Kopenhagen


Georg Jensen wurde in eine Arbeiterfamilie hineingeboren. Sein Vater war Schleifer an der örtlichen Messerfabrik. Mit 13 Jahren arbeitete Georg bereits dort und machte erste Erfahrungen mit Metall und Werkzeugen. Sein besonderes künstlerisches Talent wurde jedoch frühzeitig erkannt und von seiner Familie unterstützt. Als er 14 Jahre alt war, zog die Familie nach Kopenhagen, wo der Junge eine Lehre in der Goldschmiede begann. Neben seiner Ausbildung zum Gold-und Silberschmied beschäftigte sich Jensen intensiv mit Bildhauerei, fertigte eine Büste seines Vasters an und experimentierte, so dass er drei Jahre nach Abschluss seiner Lehre im Jahr 1887 als Student der Bildhauerei an der Königlich Dänischen Kunstakademie in Kopenhagen angenommen wurde, wo er 1892 seinen Abschluss im Alter von 25 Jahren machte.

Da der verwitvete Künstler seine Familie als Bildhauer nicht ernähren konnte, gründete er zusammen mit dem Maler Christian Joachim Petersen eine Firma für kunsthandwerkliche Keramik. Mit einer Arbeit, die auf der Pariser Weltausstellung von 1900 gezeigt wurde, gewann Jensen ein Reisestipendium der Dänischen Akademie, das ihm ausgedehten Reisen vor allem nach Frankreich und Italien ermöglichte, wo er das Kunsthandwerk des Jugendstils studieren konnte. Zurück in Dänemark widemte er sich erneut dem Silberschmieden und dem Gestalten von Schmuck, da dies einen größeren wirtschaftlichen Erfolg versprach. Unter anderem arbeitete er für Mogens Ballins Werkstatt in Kopenhagen, dem es um die Erneuerung der Kunsthandwerks ging und der Jensen alle künstlerische Freiheiten ließ. Bei Ballin durfte Jensen seine Schmuckentwürfe unter seinem eigenen Namen ausstellen und anbieten.

1904 wagte Georg Jensen den Sprung in die Unabhängigkeit und eröffnete eine kleine Werkstatt mit seinem ersten Lehrling Henry Pilstrup. Seine floralen Schmuckstücke aus Silber mit günstigen Schmucksteinen hatten bei Käufern und Kritikern gleichermaßen großen Erfolg. Jensen erweiterte sein Repertoire auf Hohlwaren - Kannen, Schalen, Bestecke und andere dekorative Objekte. Zu seinen wiederkehrenden dekorativen Elementen gehören Weinreben, Knospen, Kugeln und plastisch gestaltete Blätter. Zudem gewann er den Maler Johan Rohde als Designer, dessen Entwürfe in ihrer reduzierten modernen Eleganz oft ihrer Zeit voraus waren.

1907 heiratete der Witwer in dritter Ehe Johanne Nielsen. Die Verbindung hatte großen Einfluss auf die Firma, da mit ihr einige Familienmitglieder in die Firma eintragen. Ihr Bruder Harald Nielsen arbeitete erst als Ziseleur, lieferte eigene Entwürfe und übernahm nach Jensens Tod die künstlerische Leitung der Werkstatt. Weitere Geschwister seiner Frau arbeiteten in der Buchhaltung, im Verkauf und als Fotograf der Firma. Die Nachfrage nach Schmuck und Gerät von Georg Jensen wuchs so stark an, dass die Werkstatt in Kopenhagen noch zweimal vergrößert werden musste.

Die Werkstatt Georg Jensen wurde schnell über die Grenzen Dänemarks bekannt. 1909 erhielt Jensen das Angebot, einen Showroom in Berlin zu eröffnen. 90% der Silberwaren der Werkstatt wurden dorthin geliefert, bis dieser Markt mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges zusammenbrach. Aufgefangen wurde der Verlust durch den Kunsthändler Nils Wendel, der Jensens Silber nun in Schweden erfolgreich vermarktete. Im Laufe der Zeit kamen Niederlassungen in Paris und London sowie New York dazu. Schon 1916 war die Firma in eine Aktiengesellschaft umgewandelt worden, GEORG JENSEN SOLVSMEDIE A/S - mit Gerog Jensen als Direktor und künstlerischer Leiter und mit Nils Wendel, der unter anderem zu den Mehrheitseignern gehörte.

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