Biografie
Geboren in Turin 1916, konzentrierte sich sein Wirken als Architekt jedoch vor allem auf die lombardische Kapitale Mailand. Bevor Eugenio Gentili Tedeschi beruflich Karriere machte, prägten ihn seine Erfahrungen als Partisanenkämpfer in den letzten beiden Jahren des Zweiten Weltkrieges an der Seite seines Freundes, dem Schriftsteller, Primo Levi. Gentili Tedeschi war Jude und beteiligte sich nach dem Krieg auch maßgeblich am Wiederaufbau jüdischer Stätten wie der Synagoge, Altersresidenzen und Schulen der jüdischen Gemeinde in Mailand.
Sein Wirken ist geprägt vom italienischen Rationalismo, eine Bewegung, die in den 1920er und 1930er Jahren von der Gruppe 7 geformt wurde und die auf Funktionalismus und eine klare abstrakte und geometrische Formensprache setzt. Ein Vortrag ihres bekanntesten Fürsprechers Edoardo Persico im Jahr 1935 über die Zukunft der Architektur hatte einen nachhaltigen Einfluss auf Gentili Tedeschi.
Gentili Tedeschi startete seine Karriere bei Gio Ponti bis 1943. Nach dem Krieg gründete er sein eigenes Architekturbüro und beteiligte sich an zahlreichen Wiederaufbauprojekten wie zum Beispiel der Gestaltung des Platzes vor dem Hauptbahnhof und dem Bahnhof an der Porta Garibaldi. Die 1950er und 1960er Jahre wurde er mit bedeutenden Aufträgen betraut wie dem Bau des Industriekomplexes ItalFarmaco. Sein Schaffen als Architekt und Entwerfer erstreckte sich über zahlreiche Bereiche: öffentlicher und privater Wohnungsbau, Industrie, Stadtplanung, Industrietechnik, Schiffsbau, Design und vor allem öffentliche Gebäude für Schulen und Forschungseinrichtungen, sowie Verkehrsinfrastruktur, Hotelbau und Kinogestaltung. Von besonderer Bedeutung sind die Neubau- und Sanierungsarbeiten, die für die Universitäten von Mailand und Pavia durchgeführt wurden.
Gentili Tedeschi gab sein Wissen als Lehrer an der Universität von Venedig sowie am Politecnico von Mailand als Professor für architektonischen Entwurf (1964-1986) weiter. Zudem schrieb er für zahlreiche Fachmagazine wie CasaBella und das von ihm mitgegründete Metron Magazine für Architektur. Eins seiner letzten Projekte, das nach seinem Tod realisiert wurde, war das Holocaust- Mahnmal ‚Binario21‘ (Bahnsteig21) im Mailänder Hauptbahnhof, von wo aus die Deporationszüge der Juden starteten.
Objekte von Eugenio Gentili Tedeschi
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Eugenio Gentili Tedeschi Fontana Arte, Mailand / Milan
Tischleuchte 'Yo-Yo', 1971
Schätzpreis: 900 € - 1.200 €
Unverkauftes Objekt
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Verkauft
Eugenio Gentili Tedeschi Fontana Arte, Mailand
Zwei Tischleuchten 'Yo-Yo', um 1971
Zuschlag: 1.000 €
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Verkauft
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Verkauft
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Verkauft