Erich Dieckmann

1896 Kurzętnik, Polen  – 1944 Berlin


Zu den berühmtesten Entwerfern des Bauhauses zählte er wohl nicht, Erich Dieckmanns Entwürfe gehören jedoch zweifelsohne mit zu den bedeutendsten der 1920er/30er Jahre. Sie sind geradlinig, funktionell, souverän und von zeitloser Eleganz. Mit jedem Material, egal ob Holz, Naturrohr oder Stahlrohr gelang ihm Unvergleichbares.

Bereits 1928 sagte Marcel Breuer über die Möbel Dieckmanns: "sie sind viel mehr luftig durchbrochen, sozusagen in den Raum gezeichnet; sie hindern weder die Bewegung, noch den Blick durch den Raum." (Zitat aus: Vegesack Hrsg., Ausst.-Kat. Erich Dieckmann Möbelbau 1921-1933, Weil am Rhein 1990, S. 74; dort zitiert aus: Breuer, Metallmöbel und die moderne Räumlichkeit, in: Das Neue Frankfurt, 1928, Nr. 1. S.11.).

Dieckmann verließ früh, bereits mit 16 Jahren, sein Elternhaus und fuhr zur See; mit 17 Jahren meldete er sich freiwillig zum Militärdienst. Nach einer Verwundung entschloss er sich wieder zur Schule zu gehen und studierte anschließend Architektur, dann Kunst. 1921 begann er sein Studium am Bauhaus in Weimar, mit Lehre in der Tischlerei, die er 1924 mit der Gesellenprüfung abschloss. Den Umzug des Bauhauses nach Dessau machte er nicht mit; stattdessen blieb er in Weimar (1925-1930) wo er die Leitung der Tischlerei in der staatlichen Bauhochschule übernahm. 1931 wechselte er, aufgrund seiner Bauhaus Vergangenheit und des damit verbundenen Druckes der nationalsozialistischen Kulturpolitik auf ihn, als Meister an die Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein. Durch die Nationalsozialisten erfolgte auch hier, 1933, seine Entlassung. Er entwarf Möbel unter anderem für die Firmen Cebaso, Thonet, DUSCO AG und private Auftraggeber; in Lizenz wurden einige seiner Stahlrohrmodelle ab 1934 auch von der Firma Metz & Co. in Amsterdam hergestellt.


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