Biografie

Pierre Chareau gehört zu den einflussreichsten Architekten und Entwerfern der europäischen Avantguarde zwischen den beiden Weltkriegen. Er begann seine Karriere im Alter von 16 Jahren als Möbeldesigner bei der Londoner Firma Waring & Gillow und studierte, obwohl er keinen formalen Abschluss hatte, Malerei, Musik und Architektur an der École des Beaux-Arts in Paris. 1919 gründete er sein eigenes Atelier und eröffnete 1924 in Paris die Galerie „La Boutique“, in dem er eigene Möbel und Leuchten anbot.

Chareau ist vor allem für das Maison de Verre (1928-1931), das Haus aus Glas, bekannt, das er gemeinsam mit seinem Architektenkollegen Bernard Bijvoet und dem für den Gynäkolgen Dr. Dalsace und seine Ehefrau erbaut hat. Das Haus im 7. Arondissement ist eine Ikone der modernen Architektur. Der Struktur aus Metallstützen mit offenen und flexiblen Räumen ist eine minimalistische Fassade aus quadratischen Glasbaustseinen vorblendet. Im Innern setzen Chareau Möbelentwürfe zum Teil kontrastierende Akzente. Seine Formensprache verbindet das Erbe des Art Déco mit konstruktiven Formen und ausgewählten Materialisen wie edlen Hölzern, Stahl, Glas sowie Alabaster. Das Gebäude ist mit seinen innovativen, transparenten und funktionalen Räumen ein bedeutendes Wahrzeichen der französischen Moderne. Auch gesellschaftspolitisch war Pierre Chareau sehr aktiv, so war er Mitbegründer der französischen Avantgarde-Gruppen Congrès International d’Architecture Moderne (CIAM) und Union des Artistes Modernes (UAM), zu denen auch Le Corbusier und Charlotte Perriand gehörten

Ende der 1930er Jahre emigrierte er in die USA und zog nach New York, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1950 weiterhin an kleineren Projekten arbeitete, so baute er ein Haus für den Maler Robert Motherwell in den Hamptons. Heute werden ein Teil seiner Entwürfe von Ecart International als Sammler-Edition produziert.


Objekte von Pierre Chareau