Los: 649

Karl Schmidt-Rottluff (Rottluff 1884 - 1976 Berlin)
Künstlerpostkarte 'Zwei gelbe Häuser', 1911

Karl Schmidt-Rottluff

Aquarell über Tuschfeder auf frankierter Vordruck-Postkarte adressiert und geschrieben an Frau Dr. Elsa Hopf in Hamburg. Poststempel Dangast 3.6.1911. 9,2 x 14,3 cm. Verso handschriftlich vom Künstler bezeichnet (Tusche): "Frau Dr. Elsa Hopf Hamburg Bieber Str. 3/5 Verehrte Frau E. H., werden Sie denn diesen Sommer mal nach Dangast kommen? Es gibt allerdings noch nichts zu sehen, da ich mich sehr mit den Dingen herumquäle. Hat keinen Zug, dies Jahr. Herzlichste Pfingstgrüße Ihr ergeb. S-Rottluff" und mehrere Nachsendevermerke der Post (Bleistift). Wietek führt zu dieser Landschaft in Aquarell-Technik aus: "Die Postkarte mit den leuchtend gelb wiedergegebenen Häusern vom 3. Juni, eine von mehreren, die Schmidt-Rottluff an diesem Tag mit Pfingstgrüßen versah, ist die erste, die Elsa Hopf 1911 aus Dangast erhielt. Hier war der Maler am 4. Mai eingetroffen und hatte erneut im 'Parkschloss' Quartier bezogen. Die Karte ist nach Schierke im Harz adressiert, wo sich die reise- und wanderfreudige Zahnärztin über die Feiertage aufhielt. (...) In seiner Karte fragt er nach einem Besuch der Empfängerin in Dangast und beklagt zugleich noch mangelnde Arbeitsergebnisse (...). Die Postkartenzeichnung gehört zu den wenigen aus der Vorkriegszeit, bei denen der Künstler Wasserfarben für eine offen und ungeschützt auf den Weg gebrachte Karte verwandte. Sie präsentieren sich in grün, blau und gelb verlaufenden Flächen über einem Tuschfedergerüst, das zwei unterschiedliche Häuser, einige Bäume und Geländestrukturen zwar lediglich im Stenogrammstil andeutet, deren charakteristische Merkmale aber dennoch mit genialer Sicherheit erfasst."

Zuschlag: 36.000 €

127C - Moderne Kunst
23. Juni 2016 um 15:00

Literatur:

Provenienz: Nachlass Dr. Elsa Hopf. Gerhard Wietek, Karl Schmidt-Rottluff, Zeichnungen auf Postkarten, Köln 2010, S. 262 und 263, Kat. 88 (mit farb. Abb.).