Los: 57

Marcel Breuer
'Lattenstuhl ti 1a', 1924

Marcel Breuer Bauhaus, Weimar (wohl)

H. 96 x 55,7- 56 x 56,9-57,2 cm; Lattenstärke: 2,4-2,5 x 5,4-5,5 cm. Bauhaus Weimar, 1924/25. Kirschholzlatten, grauer Textilbezug.

Provenienz: Familienbesitz Sachsen seit Mitte / Ende der 1920er Jahre; ursprünglich Teil der Einrichtung einer Steuerkanzlei. Laut Werkstattproduktionslisten im Thüringer Staatsarchiv sind 26 Exemplare nachgewiesen. Textilbezug erneuert.

Zuschlag: 34.000 €

130A - Highlights
06. Dezember 2016 um 17:00

Literatur:

Marcel Breuer studiert am Staatlichen Bauhaus in Weimar, absolviert den Grundkurs, um anschließend seine Tischlerlehre und Gesellenprüfung zu machen. Nach einem kurzen Zwischenspiel in Paris kehrt er zurück und wird Jungmeister und Leiter der Tischlerwerkstatt am Bauhaus, das sich zu dem Zeitpunkt schon in Dessau befindet. Schon 1922, noch als Student, beschäftigt er sich mit der ersten Version des Lattenstuhls, wohl inspiriert von Rietvelds Zickzack-Stuhl von 1918 und anderer Möbelentwürfe der De Stijl-Bewegung. Mit einfachsten Mitteln (Holzlatten, auf quadratischem Grundriss lotrecht zusammengefügt und mit Stoffstreifen bezogen) kreiert er ein gleichzeitig leichtes und stabiles Möbelstück, das den ergonomischen Bedürfnissen gerecht wird. In "Neue Arbeiten der Bauhauswerkstätten", 1925, Nachdr. 1981, S. 29 steht über den Stuhl: "Der elastische und schräge Sitz stützt den ganzen Oberschenkel. Der Rücken ist danach ebenfalls schräg und elastisch gehalten, durch zwei Gurte, die nur Schulterblätter und Kreuz - flache Teile des Rückens - berühren, das empfindliche Rückgrat frei lassen." Droste/Ludewig, Marcel Breuer Design, Köln, 1992, S. 6ff, S. 35, S. 46f.; Bauhaus-Archiv Museum für Gestaltung Sammlungs-Katalog, Berlin, 1987, S. 90f; Neue Arbeiten der Bauhauswerkstätten, Nachdr. 1981, S. 28f.