Auktion 111A

Jugendstil - Art Déco - Klassische Moderne

05. November 2013 um 07:41 MEZ


Katalog


Die drei November-Auktionen bei Quittenbaum Kunstauktionen zeichneten sich durch eine abwechslungsreiche Offerte in den Bereichen Jugendstil-Art Déco-Moderne Kunst sowie durch zwei private deutsche Sammlungen – Rozenburg Eierschalenporzellan und Spazierstöcke aus der Sammlung Ulrich Klever – aus. Die gute nationale und internationale Nachfrage führte zu einem sehr zufrieden stellenden Gesamtergebnis von einer Million Euro brutto.

Ungebrochen zeigte sich die Nachfrage nach französischem Jugendstil-Glas, besonders der Manufakturen Gallé und Daum in der Auktion Jugendstil – Art Déco – Moderne Kunst. Passend zur Jahreszeit fand die Kelchvase „Feuilles d’Automne“, Daum Frères, Nancy, aus dem Jahr 1901 oberhalb der Taxe zu € 8.000 einen neuen Besitzer. Die blühenden Klematisblüten auf der Tischlampe „Clématites“, datiert 1906-1914, Emile Gallé, Nancy, waren einem privaten Bieter € 9.000 wert. Erfolgreich zeigte sich auch das österreichische Jugendstil-Glas mit Arbeiten von Johann Lötz Wwe., Klostermühle: Die seltene Cytisus-Vase mit gedrehten Henkeln aus lachsrosafarbenem opaleszierenden Überfangglas wurde zur oberen Taxe von € 8.000 zugeschlagen. Im Bereich des Porzellans behauptete sich eine hohe Vase „de Marly“ mit Schneeballen, für die Weltausstellung 1900 von der Manufacture nationale de Sèvres gefertigt im Bereich der Schätzung mit € 5.600. Ebenfalls auf das Jahr 1900 ist die Büste von Sarah Bernhardt datiert, signiert von Paul François Berthoud, die der New Yorker Handel für € 12.000 erwarb. Die Signatur Emile Gallés sorgte auch im Möbelbereich für herausragende Ergebnisse: Der Musikschrank „Clair de lune“, um 1903, wurde von einem deutschen Sammler mit € 22.000 beboten und ist damit der teuerste Zuschlag der Auktion.

In der Sektion Kunst verkauften sich, passend zum Thema der Hauptauktion, vor allem Lose aus dem Bereich Jugendstil. Das nach 1905 als Radierung entstandene Porträt von "Mary Stuck" mit den handkolorierten grünen Haarschleifen entlockte einem institutionellen Käufer € 1.100 (Taxe € 700-800). Von den Skulpturen verkaufte sich der "Männchen machende Hund" der Tierbildhauerin René Sintenis aus dem Jahr 1927 für ein Gebot von € 3.500 (Taxe € 3.500-4.500) an einen Privatsammler, ein italienischer Kunde sicherte sich die farbschöne Zirkusszene "Circo" in Öl von Renato Natali für € 3.600 (Taxe € 1.600-1.700).

Dem Zauber der Henkelvase mit Pfau, 1911/1912, in der Auktion Rozenburger Eierschalenporzellan- eine deutsche Privatsammlung – erlag ein Sammler im Bereich der unteren Taxe zu € 13.000, € 13.000 wurden ebenfalls für einen Pfau, diesmal auf einer Deckelvase von 1914, geboten. Außergewöhnliche Dekore und Formen der Manufaktur werden nach wie vor honoriert.

Unbestrittenes Highlight der beiden Auktionstage, wohlwollend begleitet von Sammlern und Presse, war die Auktion Spazierstöcke aus der Sammlung Ulrich Klever. Das ehemalige „must have des Mannes von Welt“ beflügelte wohl die Phantasie der - meist männlichen - Käufer, was das Bietgefecht für einen Automatenstock Brigg, London, mit dem Kopf eines Kakadus aus dem Jahr 1878 hin zu € 5.500 (Taxe € 600 - 700) erklären könnte. Der Hinweis „Flirtstock“ - der Kakadu kann auf Knopfdruck sein Gefieder aufstellen – mag ein zusätzlicher Ansporn gewesen sein. Der gut besetzte Saal und viele telefonische Bieter steigerten weiterhin einen Spazierstock mit einem Griff als Totenschädel auf € 3.100 (Taxe € 1.200 - 1.500), den Stock eines britischen Walfängers aus Walknochen auf € 2.800 (Taxe € 500 - 700) und einen Spazierstock aus Pottwalzahn auf € 2.600 (Taxe € 1.200 - 1.400). Ein Freimaurer-Stock aus Eibenholz wurde bei 3.000 € (Taxe € 1.000 - 1.200) zugeschlagen. Mit € 3.200 (Taxe € 500 - 700) honorierte ein Sammler eine kunstvoll geschnitzte Reitgerte aus Rhinozeroshorn.