Los: 409
Peter Behrens
Vierteilige Einrichtung aus dem Empfangszimmer auf der Dritten Deutschen Kunstgewerbeausstellung, Dresden, 1905/06
Salontisch: H. 65 cm, Ø 108,5 cm; 2 Armlehnstühle: H. 93,5 x 65,5 x 57,5 cm; Hocker: H. 55 x 62 x 43 cm.
Geschnitztes Holz mit verschiedenen Furnieren und Beineinlage, gelbe Samtpolsterung.
Zuschlag: 35.000 €
10. Dezember 2025 um 15:00 MEZ
Literatur:
Moeller, Peter Behrens in Düsseldorf, Weinheim 1991, S. 470 ff., bes. 474 (Sessel).
Peter Behrens Um 1900 beginnt das Kunsthandwerk sich zu wandeln, löst sich vom ornamentalen Überfluss des Historismus und sucht nach einer neuen, ehrlichen Form. Inmitten dieser Umbruchszeit entwirft Peter Behrens 1906 die Einrichtung für das Empfangszimmer auf der Dritten Deutschen Kunstgewerbeausstellung in Dresden. Es ist ein geschlossenes Ensemble, in dem Architektur, Möbel und Dekor eine harmonische Einheit ergeben. In der ersten Monografie über Peter Behrens würdigt Fritz Hoeber den Entwurf mit eindringlicher Anschaulichkeit: „Das Vorplatzartige der kühl reservierten Diele bereitet mit bewußtem Wirkungsgegensatz auf die wohnliche Pracht des Empfangszimmers [...] vor. Man muß sich in diesem Raum mit der zwiefach geteilten, nach der Fensterseite zu in Kassetten, nach hinten zu in balkenähnlichen Längsstreifen, stuckierten Decke jener eleganten Interieurs erinnern, die Behrens in der gleichen Zeit für die Ausstellung bei A. Wertheim und für Gustav Obenauer ersonnen hatte. Die Stimmung wird von derselben eleganten Proportionalität wie dort getragen: nur erscheint sie hier in’s Majestätische, quasi in die stolze Großartigkeit eines kaiserlich römischen Palaststiles, gesteigert.“ Das Mobiliar des Empfangszimmers folgt in Proportion und Materialwahl der- selben Idee von Maß und Geschlossenheit. Mit dem Dresdner Empfangszimmer zeigt sich Behrens auf dem Höhepunkt seiner kunstgewerblichen Phase, kurz bevor er als Entwerfer und Architekt in den industriellen Sektor über- geht. Heute bietet die Präsentation von Behrens Möbeln bei Institutionen und Sammlern die Gelegenheit, die Bedeutung dieser wegweisenden Raumgestal- tung erneut zu würdigen.
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