Schlemmer, Oskar (1888 - 1943)

Oskar Schlemmer hat einige Jahre seiner Kindheit im Baden-Württembergischen Göppingen verbracht. 1899 zog er zu seiner Schwester Wilma Morgenstern in die Marstallstraße. Er besuchte die Realschule und wurde dort von zwei Kunstlehrern als großes Talent erkannt. Sie ermunterten ihn, die Künstlerlaufbahn einzuschlagen. Er besorgte sich einen Malkasten und legte ein Herbarium an, dessen Pflanzen er aquarellierte. Stolz berichtete er im April 1902, dass er im Gedächtnis- und Freihandzeichnen bereits viermal den ersten Preis erhalten habe. Oskar Schlemmer konnte die Schule nicht beenden, zog nach Stuttgart und trat dort als Lehrling in die Kunstanstalt für Intarsien von Wölffel & Kiessling ein. Darauf folgte ein Studium an der Kunstgewerbeschule und der Kunstakademie mitsamt Umzug nach Berlin. 1920 wurde er von Walter Gropius als Leiter der Bildhauerei-Abteilung und der Bühnenwerkstatt ans Bauhaus in Weimar berufen. Seit der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten galt Schlemmer als entarteter Künstler. Er zog sich in die innere Emigration zurück und verstarb 1943 in Baden-Baden.

In Göppingen lebte sein Freund, der Maler und Lehrer Helmut Baumann, der Adressat einer Postkarte, die Quittenbaum im Rahmen der Auktion '100 Jahre Bauhaus' versteigert. Für Baumann war Oskar Schlemmer bis zu seinem Tod ein wichtiger Dialogpartner. Es handelt sich bei der Karte 'Zwei Köpfe gegeneinander' von 1941 um Aquarell und Tusche auf frankierter Vordruckkarte, adressiert und geschrieben 'An Herrn Hptlehrer H. Baumann, Göppingen, Pfarrstr. 9', Poststempel Elberfeld vom 17.7.1941. 14,5 x 10,2 cm. Verso von Oskar Schlemmer handschriftlich bezeichnet: 'Lieber Herr Baumann, Dies nur ein ferner Klang des Bewußten (Unbewußten), das bewußt zu machen eine Bewußtlosigkeit voraussetzt, die mir z.Zt. nicht gegenwärtig. Das Bewußte ist selbst, ist 'sichergestellt' vorläufig/verzeihen Sie. Ich hüte aber diese Reminiszenzen wie alte Weine, obgleich ich deren keine zu hüten habe, nur eben Reminiszenzen. Alles Gute und beste Grüße Ihnen und den Ihrigen Ihr OskSchlemmer.'

Bei diesem Text handelt es sich wohl, so die Schlemmer-Expertin Karin von Maur, um einen 'vor der NS-Zensur verschlüsselten Text, dessen inhaltliche Anspielung wir nicht kennen, da sowohl der Schreiber als auch der Adressat verstorben sind.'

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