Knoll International

An der Tür seiner gerade eröffneten Werkstatt in New York hing ein Schild mit der Aufschrift „Factory No. 1“. Ohne die Entwicklung vorhersehen zu können, gründete Hans Knoll, Sohn des deutschen Möbelherstellers Walter Knoll, 1938 Knoll Furniture.

Zur Zeit des Zweiten Weltkrieges traf Hans Knoll die junge Innenarchitektin Florence Schust, die schon bei Ludwig Mies van der Rohe studierte und im Architekturbüro von Walter Gropius und Marcel Breuer in Boston arbeitete, und stellte sie bei sich ein. Ihr gemeinsames Interesse, ‚moderne Möbel für moderne Architektur’, war die Grundlage ihrer erfolgreichen und engen Zusammenarbeit. 1946 heirateten die beiden; in demselben Jahr gründeten sie Knoll Associates. Das Konzept ihres Möbeldesigns war einfach: Produkte anbieten zu können, die herausragendes Design und die technologischen Errungenschaften verkörpern. „We weren’t making history, we were making design“ Florence Knoll (Rouland, S. 4) Der große Erfolg führt 1951 zur Gründung einer Tochterfirma, der deutschen Knoll International GmbH. Eine Vielzahl weiterer Zweigunternehmen entstand und somit eine weltweite Organisation: Knoll International.

Knoll gilt inzwischen als Symbol der Modernen Design Bewegung. Mit Produkten, entworfen von angestellten Designern und der Zusammenarbeit mit zahlreichen einflussreichen Designern wie Eero Saarinen, Harry Bertoia oder Isamu Noguchi, hat Knoll einen weltweit führenden Platz in der Geschichte des Möbeldesigns eingenommen. Vor allem bekannt ist der Hersteller für seine Klassiker wie dem ‚Barcelona’-Stuhl von Ludwig Mies van der Rohe, Marcel Breuers ‚Wassily’-Sessel, Harry Bertoias ‚Wire chair’ sowie Eero Saarinens ‚Grasshopper’ oder dem Armlehnsessel 'Womb chair'. Das klassische Design von Saarinens ‚Pedestal’-Stühlen und -Tischen hat sich bewährt und ist nach wie vor hoch aktuell. Die Idee zu diesem Entwurf - schwerelos, eine elegant geschwungene Form, einfach und leicht in der Konstruktion - rührte aus seinem Missgefallen von Möbelbeinen. „I wanted to clear up the slum of legs“ (Rouland, S. 29). Isamu Noguchis erstes von Knoll gefertigtes Design war eine Tischlampe, ursprünglich für Noguchis Schwester entworfen. Hans Knoll war davon so angetan, dass er diese in einer leicht veränderten Version in die Produktion mit aufnahm. Sie ist seit 1944 eine von Noguchis bekanntesten Lampenentwürfen. Ein weiterer bedeutender Designer, der zum festen Ensemble von Knoll wurde, ist Ettore Sottsass. Er entwarf unter anderem die ‚Westside’-Collection, eine zweckmäßig konzipierte Sitzmöbelserie mit blockartiger Bauweise, die Büroräume vom grauen Alltag befreien sollte.

Nach dem Tod von Hans Knoll 1955 übernahm Florence Knoll die Firma, die sie 1960 an Art Metal Inc. verkaufte. Sie fungierte aber noch fünf Jahre als Beraterin für Knoll. Ihr Rücktritt bedeutete das Ende einer Ära für Knoll. Knoll verpflichtete sich, im Sinne von Hans und Florence Knoll, weiterhin mit einflussreichen Designern zusammenzuarbeiten und so Objekte mit hervorragendem Design zu produzieren.

Stephanie Häfele B.A.

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B.B.P.R.
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Pâte de verre
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Scarpa, Carlo
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Tiffany, Louis Comfort (1848 – 1933)
Van de Velde, Henry (1863-1957)