Breuer, Marcel

Mit einem Stipendium begann Marcel Breuer (1902 - 1981) seine Ausbildung 1920 an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Unzufrieden mit den dortigen Verhältnissen, brach er nach kurzer Zeit sein Studium ab und bewarb sich am Bauhaus, wo er eine Lehre in der Tischlerei begann. Von Anfang an gehörte er dort zu den erfindungsreichsten Persönlichkeiten. 1921 entstand sein ‚Afrikanischer Stuhl‘, ein Einzelstück, das 2004 wiederentdeckt wurde. Ab 1922 entwickelte er den ‚Lattenstuhl‘, der heute als eine Ikone des Bauhauses gilt. Walter Gropius hatte 1922 die Parole ‚Kunst und Technik - eine neue Einheit‘ ausgegeben. Auf der Grundlage von Funktionsanalysen entwickelten die Werkstätten für diverse Materialien Grundtypen, die in Serie produziert werden sollten. Dazu gehörte auch Breuers ‚Lattenstuhl‘, der von 1922 bis 1925 vom Bauhaus in Serie gebaut und verbreitet wurde.

Für das Haus am Horn, das zur Bauhaus-Ausstellung in Weimar entstand, entwarf und baute Marcel Breuer die Möbel für den Wohnraum und das Damenschlafzimmer wie den Toilettentisch, der sein Gesellenstück war. Nach der Gesellenprüfung hielt er sich 1924 in Paris auf, wo er in einem Architekturbüro arbeitete. Im Folgejahr 1925 kehrte er an das Bauhaus zurück, das im April nach Dessau umzog. Breuer wurde Leiter der neu eingerichteten Möbelwerkstatt und widmete sich der Entwicklung von Stahlrohrmöbeln. Zu den spektakulärsten Objekten des Bauhauses gehörte der Stahlrohrsessel B3, der 1926 einer breiteren Öffentlichkeit zusammen mit anderen entwickelten Modellen in Dessau vorgestellt wurde. Ab 1962 machte die Firma Gavina diesen unter dem Namen ‚Wassily‘ berühmt. Breuer begründete die Wahl von Stahlrohr mit seinen nützlichen Eigenschaften. Es sei leicht, preiswert, zerlegbar und hygienisch. Seine Stahlrohrmöbel verliehen dem Lebensgefühl der Avantgarde einen symbolischen Ausdruck. Die Entwicklungsarbeit und die Herstellung der Prototypen erfolgte in Kooperation mit den Junkerswerken, die schon zuvor Corpusmöbel aus Blech und Duraluminium für Flugzeugmöbel entwickelt hatten. In seinen ersten Modellen hatte Breuer das Material gebogen und dann verschweißt. Später ersetzte er die Schweißnähte durch Verschraubungen. 1927 gründete Marcel Breuer die Firma Standard-Möbel, die die Stahlrohrmöbel produzieren sollte. Später kam als Produzent Thonet dazu.

1928 verließ Marcel Breuer gemeinsam mit Walter Gropius das Bauhaus und eröffnete in Berlin ein Architekturbüro. 1932 entstand die Villa Harnischmacher in Wiesbaden. 1935 siedelte er nach London über, wo er mit F.R.S. Yorker ein Architekturbüro gründete. Unter den Bauten ist der Gane-Ausstellungspavillon in Bristol. 1937 ging Breuer in die USA, wo er eine Lehrstelle an der School of Design der Havard Universität einnahm und wo er gemeinsam mit Walter Gropius ein Architekturbüro unterhielt, bis er sich 1941 allein selbständig machte und 1946 sein Büro nach New York verlegte. In den 1950er und 1960er Jahren gehörte Marcel Breuer zu den international angesehen und erfolgreichen Architekten.

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