Murano Glas

Vorbericht

Carlo Scarpa entwarf zwischen 1940 und 1942 Gefäße aus grauem Glas mit aufwendigen, teils gegenständlichen Schnittmotiven. Es sind nur wenige dieser Stücke bekannt, und sie wurden von der Manufaktur Venini wohl jeweils als Einzelstück angefertigt. Aus Münchner Privatbesitz stammt die 19 cm hohe auf € 4.000 - 6.000 geschätzte Vase. Zwei Fische sind auf der Wandung in Hochschnitt graviert und in hammerschlagartigem Schliff blank poliert. Ebenfalls bei Venini ausgeführt wurde die auf € 60.000 bis 80.000 taxierte Vase ‚A macchie‘. Der ursprünglich zum Maler und Grafiker ausgebildete Entwerfer Fulvio Bianconi übertrug bei diesem Dekor die künstlerischen Prinzipien des Tachismus auf die Glaskunst. Die beiden Schauseiten sind mit wolkigen Fleckenaufschmelzungen versehen, die sich in der Durchsicht überschneiden und ein sehr plastisches Farbspiel zeigen.

Von Archimede Seguso sind gleich drei Vasen mit dem von ihm erfundenen ‚Merletto‘-Dekor in der Auktion. Der im Jahr 1999 verstorbene Firmenchef von Archimede Seguso war einer der wenigen Künstler, der seine Entwürfe selbst in der Glashütte ausführte. Er beherrschte den Merletto Dekor, der ein spitzenartiges Fadennetz zeigt, wie kein anderer. Die Vase ‚Merletto giallo‘ mit gelbem Fadennetz ist auf € 6.000 - 8.000 taxiert. Eine kleinere ‚Merletto pois‘ auf € 2.500 - 3.500 und eine tropfenförmige große ‚Merletto‘, die am Rand in zartem Violett gehalten ist, wird für € 4.000 - 6.000 offeriert.

Aus dem Hause Barovier sind wie gewohnt mehrere besondere Raritäten im Angebot. Chronologisch beginnt es mit einer bereits 1920 entstandenen Vase von Giuseppe Barovier - ein äußerst seltenes Stück in tiefviolett mit sternförmigen Murrinen in Aventuringlas, das die rare Herstellermarke in Form einer Murrine mit den Lettern AB für Artisti Barovier trägt (€ 2.500 - 3.500). 1940 schuf Ercole Barovier die Vase ‚Lenti‘. Das kugelförmige Objekt hat eine knallige rosafarbene Schichteinschmelzung mit zersprengter Goldfolie und aufgeschmolzene linsenförmige (=Lenti) Nuppen (€ 3.000 - 4.000). Diese Vase besticht durch ihre außergewöhnliche Farb- und Leuchtkraft. Mitte der 1950er Jahre experimentierte Barovier dann mit schachbrettartigen oder fischgrätartigen Mustern. Hier sticht eine Bodenvase von 1956 mit einem ‚Parabolico‘-Dekor in Grau und opaleszentem Weiß hervor (€ 4.000 - 6.000). Die schlanke zylindrische ‚Alterno blu‘-Vase entstand 1958 und überzeugt durch bläulich opaleszente Bänder, die paarweise im rechten Winkel angeordnet sind (€ 3.000 - 4.000). Von dem Dekor ‚Dorico‘ sind gleich zwei Vasen im Angebot, eine mit den großen Murrinen in Grau und Opaleszentweiß (4.000 - 6.000) und eine in Grün und Opaleszentweiß (3.500 - 4.500).