Moderne Kunst

Vorbericht

Post War rules

Die 150 Lose der Kunst Auktion am 13. Dezember setzen den Schwerpunkt auf die Nachkriegsepoche mit internationalen Positionen.

Von dem New Yorker Künstler Alex Katz steht eine geschichtsträchtige Bleistiftzeichnung aus dem Jahr 1973 zu Gebot: ‚Rudy Burckhardt‘. Der Fotograf und Filmemacher Rudy Burckhardt war in den 1950er- und 1960er Jahren in New York für das US-amerikanische Kunstmagazin 'Art News' tätig. Unter der Rubrik 'Paints a Picture' veröffentlichte das Magazin eine Reihe von Artikeln über aufstrebende Künstler und Burckhardt fertigte für diese Strecken die Fotografien. Dabei begleitete er jeden Künstler durch einen Tag in seinem Atelier und dokumentierte den Fortschritt eines einzelnen Kunstwerks. Seine Bilder vermittelten eine außergewöhnliche Spontaneität, ein Merkmal, das den Aufnahmen mit gestellten Posen stets fehlte. Bei den Künstlern war Burckhardt außerordentlich beliebt und sie zählten zu seinem Freundeskreis. Dazu gehörten die Vertreter des abstrakten und geometrischen Expressionismus und später die Künstler, die sich davon abwandten und als Motiv die Bilder des täglichen Lebens favorisierten. Es waren Jane Freilicher, Alex Katz, Fairfield Porter und Larry Rivers, die alle gestische Pinselstriche und Farbebenen - inspiriert von ihren abstrakten Vorgängern - auf figürliche Kompositionen anwandten. Als Zeugnis ganz besonderer Wertschätzung zeichnete Alex Katz im Jahr 1973 dieses feine Porträt von Rudy Burckhardt, der zeitlebens damit beschäftigt war, seine malenden Kollegen in dem Moment festzuhalten, der sie am treffendsten wiedergab. Die Zeichnung von Alex Katz ist ganzseitig abgebildet in dem Ausstellungskatalog: Alex Katz, Marlborough New York, Ausstellungskatalog 1973, S. 25 (ganzseitige Abbildung). (Taxe 22.000-25.000 Euro).

Einige Jahre später, 1977 und 1978, entstanden die beiden komplett erhaltenen Mappenwerke ‚From Shakespeare I‘ und ‚From Shakespeare II‘, die in den 1980er Jahren in der Mailänder Galerie Studio Copernico erworben wurden und sich seitdem in einer Privatsammlung befanden. Die farbigen Aquatintaradierungen sind pro Mappenwerk jeweils mit einer Taxe von 10.000-13.000 Euro beziffert.

Aktuelle Kunst ist mit den Arbeiten von Mariano Vilela und Julian Opie im Programm. Von dem argentinischen Künstler Mariano Vilela, der 1970 in Buenos Aires geboren wurde, stammt eine unbetitelte Serie von geometrisch-abstrakten Bleistiftzeichnungen auf Papier (auf Alu-Dibond) (Taxe 7,500 - 9.500 Euro). Der Londoner Starkünstler Julian Opie ist mit einer bewegten Komposition vertreten, die einen Wald wiedergibt. ‚Forest‘ heißt sie und stammt aus dem Jahr 2015. Für solche Werke arbeitet Opie mit großen Flachbildschirmen oder Displays, mit denen er seine Animationen mit ihren permanenten, fließenden Bewegungen aufbaut. Opies ‚Forest‘ trägt die Porvenienz Galerie Alan Cristea London (Taxe 7.500-8.500 Euro).

Das Angebot an Pop Art ist breit. Neben Andy Warhol, von dem ein handkoloriertes, von Peter M. Brant editiertes Blatt aus der Serie ‚Flowers‘ von 1974 geboten ist (Taxe 7.500-9.000 Euro), gibt es sechs Lose von dem in diesem Jahr verstorbenem Mel Ramos (Taxen von 200 bis 2.700 Euro), darunter der ‚Giant Panda‘ von 2012.

Auch traditionelle Malerei aus außereuropäischen Ländern ist in der Offerte vertreten. Aus Indien stammt Jamin Prakash Gangooly, von dem eine frühe Fischerszene aus dem Jahr 1907 zu ersteigern sein wird (Taxe 5.000-6.000 Euro). Von dem burmesischen Maler U NGEW GAING gibt es die Stadtansicht von Yangon mit dem Independence Monument, der Sule Pagode und der City Hall (Taxe 9.000-12.000 Euro).