Jugendstil - Art Déco

Vorbericht

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Der Jugendstil war in vielen Teilen der Welt zuhause. An jedem Ort hatte er seine ganz besondere Ausprägung. Unterschiede entwickelten sich im Lauf der Zeit und die diversen lokalen Ausprägungen beeinflussten sich gegenseitig. Der Stil der beiden Jahrzehnte vor und nach der Jahrhundertwende von 1900 war also bereits globalisiert, wie man heute sagen würde. In unserer Jugendstil-Auktion wird ein breites Spektrum von Werken angeboten, die diese Vielfalt sehr gut repräsentieren. So sind Arbeiten aus Paris, Nancy, Wien, München, Berlin, Darmstadt, New York, Budapest und Prag, also den wichtigsten Zentren der Kreativität um 1900, im Angebot. Alle Darstellungen kreisen um die Themen Natur und Mensch, mal mehr stilisiert, mal ganz naturalistisch. 

Der Tschechische Illustrator Alphonse Mucha hatte seine große Karriere in Paris. Ihm verdanken wir die stilisierten verführerischen Frauendarstellungen inmitten einer idealisierten Natur. Seine vier Tageszeiten ‚Heures du jour‘ aus dem Jahr 1899 werden einzeln mit jeweils geschätzten € 2.800 - 3.800 angeboten. Von der ungarischen Keramik-Manufaktur Zsolnay gibt es eine Aufsatzschale in Muschelform um deren Schaft sich eine Schlange windet, deren züngelndes Haupt über den Rand schaut - Schätzpreis € 1.500 - 2.000. 

Einen ganzen Apfelbaum hat Louis C. Tiffany mit seiner Tischleuchte ‚Apple Blossom‘ um 1904 zum leuchten gebracht. Diese Lampe ist mindestens genauso selten wie die ikonische ‚Wisteria‘ von Tiffany und führt die Offerte mit einer Taxe von € 60.000 - 90.000 an. 

Für den Sammler von Lothringer Glas wird neben vielen schönen Vasen und Schalen eine bedeutende Vitrine von Louis Majorelle angeboten. Das schlanke Möbel mit eleganten plastischen Schnitzereien und Intarsien ist auf € 24.000 - 28.000 geschätzt. Sehr schön würde sich Emile Gallés Vase ‚Orchis bouc‘ mit aufwendiger Emailbemalung auf vielfarbigem, teils martelliertem Glasgrund darin machen. Die äußerst seltene Vase in reduzierter asiatischer Formgebung ist auf € 6.000 - 8.000 taxiert. 

Eine Vase der böhmischen Manufaktur Lötz nach Entwurf des Malers Franz Hofstötter ist ganz den Idealen der Wiener Sezession verschrieben. Die für Bakalowits in Wien 1901 gefertigte Vase ist auf € 3.600 - 4.800 taxiert. Die Berliner Keramik-Werkstatt von Richard Mutz fertigte 1906 Ernst Barlachs Vasenentwurf mit zwei Masken als Henkeln. Diese seltene Arbeit wird mit € 2.500 - 3.300 angeboten. 

Die Roaring Twenties bildeten die passende Kulisse für die kostbaren und extravaganten Skulpturen aus Bronze und Elfenbein. Demètre Chiparus’ knapp 50 cm hohe Tänzerin ’Solo’ aus dem Jahr 1928 ist auf € 30.000 - 40.000 taxiert - im selben Jahr schuf Ferdinand Preiss seine ‚Speerwerferin‘, die mit € 22.000 - 28.000 angeboten wird.