Auktion Jugendstil - Art Déco

Vorbericht

Viele der Highlights dieser Auktion stammen aus mehreren kleinen, hochkarätigen deutschen Privatsammlungen.

Die Witwe eines westfälischen Sammlers hat uns die mit Leidenschaft und großer Sachkenntnis in den 1980er Jahren zusammengetragene, knapp 20 Jugendstil-Gläser umfassende Kollektion ihres Gatten anvertraut. Besonders schön ist der kleine Marqueterie-Flakon ‚Pervenche' von Emile Gallé aus dem Jahr 1900, der auf € 8.000 - 12.000 taxiert ist. Neben weiteren Arbeiten Gallés und der Gebrüder Daum hat der Sammler auch Arbeiten von Burgun Schverer geschätzt und war in der Lage eine großformatige Weltausstellungs-Vase von Lötz Wwe. zu erwerben. Eine Vase mit dem typisch sezessionistischen Phänomendekor 358 von Franz Hofstötter in den gekämmten und verlaufenden Perlmutttönen Rot, Gelb und Schwarz wird auf € 10.000 - 14.000 taxiert.

Die Erben eines Berliner Sammlers trennen sich von zehn Exponaten, darunter zwei besonders reizvolle Intercalaire-Vasen Emile Gallés. Eine großformatige Vase ‚Fruits d’Erable‘, 1900-02 entstanden, zeigt eine nächtliche Szenerie mit hochgeschnittenen Ahornzweigen vor schimmernden Folieneinschlüssen (€ 7.000 - 9.000). Die kleine, zur gleichen Zeit entstandene Vase ‚Sabot de venus‘, zieren die äußerst fein geschnittenen Blüten des Frauenschuhs vor einer morgendlich strahlenden orangerot marmorierten Grundtönung (€ 6.000 - 8.000). Aus dieser Sammlung stammt auch die Vase von Minton’s China Works aus Stoke-on-Trent in England, die 1880 entworfen wurde und ein Motiv ziert, das von einem Gedicht des persischen Schriftstellers Omar Khayyam inspiriert wurde. Die bedeutende Pâte-sur-pâte-Vase nach Entwurf von Frederick Alfred Rhead ist auf € 18.000 - 22.000 taxiert.

Nachdem Quittenbaum vor genau zehn Jahren seine umfangreiche Sammlung französischer Gläser versteigern durfte, folgen nun zwei Highlights, von denen sich ein Sammler aus dem Saarland bisher nicht trennen konnte. Eine Tischleuchte mit Löwenzahndekor ‚Pissenlit‘, die 1898-1903 entstanden ist und in zarten Rosa- und Grüntönen mit schön schimmernder Opaleszenz und aufwendigem Martelé-Schnitt versehen ist, wird auf € 25.000 - 30.000 geschätzt. Eine 60 cm hohe Bodenvase von Emile Gallé zieren Ranken der Buschrose ‚Roses grimpantes‘ in kräftigem Rot vor leuchtendem Gelb. Das imposante Stück geht mit € 12.000 - 16.000 in die Auktion.

Abgerundet wird das Angebot durch zwei besondere Möbel der Ecole de Nancy. Angefangen mit der Unikat-Vitrine von Emile Gallé ‚Libellules et Martin pêcheurs‘ von 1903. Die Rückwand des Möbels ziert ein in Marqueterie gearbeiteter Libellenschwarm, zwei fein geschnitzte Eisvögel dienen als Karyatiden des oberen Abschlusses. Das bedeutende, wohl einzigartige Möbel ist auf € 62.000 - 72.000 taxiert und stammt aus einer belgischen Privatsammlung. Aus Berliner Besitz stammt der reich verzierte Frisiertisch 'Fougères et Orchidées‘, den Louis Majorelle im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts schuf. Das äußerst skulpturale Möbel besticht durch seine elegante gekreuzte Beinkonstruktion, deren hintere Zargen nach oben geführt, die Rahmung des Spiegels ergeben und dem Design einen Anklang von gotischer Architektur verleihen - sein Schätzpreis liegt bei € 10.000 – 14.000.

Diese Auktion ist der dritte Teil einer insgesamt vier Auktionen umfassenden Auktionsserie. Sie beginnt am 20. November um 14 Uhr mit der Versteigerung der Auktion 'Lothringisches Glas – eine Privatsammlung'. Am selben Tag um 18 Uhr folgt die kleine Spezialauktion 'René Lalique und Charles Schneider'. Diese Auktion beginnt am 21. November um 14 Uhr. Gegen 18 Uhr folgt die Auktion 'The Marie and David Cooper Collection of Fine Art Déco Sculptures'. Insgesamt werden an den zwei Tagen rund 800 Lose offeriert.