Auktion Lothringisches Glas - eine Privatsammlung

Japonismus und floraler Jugendstil bei Gallé und Daum

Vorbericht

Lothringisches Glas - eine Privatsammlung. Japonismus und floraler Jugendstil bei Gallé und Daum

Zum Auftakt unserer Auktionen im Bereich Jugendstil und Art Déco versteigern wir eine hochkarätige private Sammlung von französischen Gläsern. Der deutsche Sammler kaufte viele der über 250 Werke vor allem in den 1970er und 1980er Jahren. Auf der Suche nach hervorragenden und besonderen Gläsern begab der Unternehmer sich oft nach Nancy, in die Wiege der lothringischen Glaskunst. Seine Streifzüge waren von Erfolg gekrönt: Zu den Highlights der Offerte zählt eine ganz besondere Ziervase mit einem Dekor einer Teichlandschaft mit Schwertlilien (1910-12), die mit ihrer asymmetrischen Form und der aufwendigen technischen Ausführung aus dem Sortiment der Kunstgläser von Daum Frères heraussticht (Schätzpreis € 60.000). Es handelt sich wohl um ein Unikat. Eine verwandte Vase findet sich in der Sammlung Gerda Koepff im Glasmuseum Hentrich im Museum Kunstpalast, Düsseldorf.

Emile Gallé ist hingegen mit einer Reihe von frühen Gläsern mit Emailbemalung vertreten, darunter eine historisierende Ziervase, die 1887 datiert ist. Die Spindelform trägt einen besonderen Dekor mit Landschaftsmotiven in Schliff- und Ätztechnik sowie aufwendiger Emailbemalung und Vergoldung. Zusätzlich sind an der Taille Tropfen aus dunklerem Glas aufgelegt.

Eine Rarität auf dem Kunstmarkt ist auch die Phänomen-Vase von Lötz in Balusterform mit konischem Ansatz und einer sich stark vorwölbenden, scheibenartigen Schulter, die 1900 für das renommierte Glashaus J.&L. Lobmeyr, Wien, mit einem seltenen, in Tiffany-Technik gefertigten, Dekor hergestellt wurde. Auch Tiffany-Glas ist zahlreich in den Auktionen vertreten, hier z.B. ein wunderschöner Blütenpokal aus Überfangglas, farblos und zart gelblich, federartig verzogener Dekor in der Art von Blütenblättern, opalweiß und braun, den L. C. Tiffany zwischen 1898 und 1900 anfertigte. Ein sehr ähnliches Exemplar wurde auf der Weltausstellung in Turin 1902 gezeigt.