Los: 37

Henry van de Velde
Schreibtisch, um 1908

Henry van de Velde Scheidemantel, H., Weimar

Rechteckige Kastenform mit abgerundeten Ecken, Fächer mit zwei Türen und je vier Schubladen, ein Ablagebrett auf der Rückseite. H. 77,5-85 x 215 x 96,5 cm. Ausführung: H. Scheidemantel, Weimar. Eichenholz, Messingbeschläge. Bez.: Innen Hersteller-Metallplakette mit Künstlersignet.

Ursprünglicher Entwurf für Karl Ernst Osthaus' Haus Hohenhof.

Schätzpreis: 28.000 € - 35.000 €

166A - Schools of Design
29. November 2022 um 15:00 MEZ

Literatur:

Karl-Ernst Osthaus (1874-1921), der selbst Philosophie und Kunstgeschichte studiert hatte, war mit vielen zeitgenössischen Künstlern und Architekten befreundet. Er war bestrebt, in seiner Heimatstadt Hagen im damaligen Preußen einen Gegenpol zum die Gegenwartskunst dominierenden Berlin zu schaffen. Eine Künstlerkolonie sollte entstehen, die mit den bereits bestehenden in allen Bereichen mithalten konnte. Durch die Schriften des Kunstkritikers Julius Meier-Gräfe wurde er auf den belgischen Architekten Henry van de Velde aufmerksam. Gleich beim ersten persönlichen Treffen wurde klar, dass van de Velde der geeignete Mann war, die Inneneinrichtung des von Osthaus erdachten Folkwang Museum zu realisieren, in dem - als erstes seiner Art - zeitgenössische Kunst ausgestellt werden sollte. 1902 wurde das Museum in Hagen eröffnet. Bis zum ersten Weltkrieg beauftragte Osthaus den Belgier mit einigen Projekten, neben dem Museum ist das Wohnhaus der Familie Osthaus im Hohenhof heute noch das imposanteste Gebäude, das von Veldes Können zeugt. Er erdachte es zwischen 1906 und 1908 als Gesamtkunstwerk. Nicht nur das Gebäude selbst sondern jedes Detail, vom Besteck über die Beleuchtung bis zu den Schränken der Inneneinrichtung stammen aus seiner Feder.

Osthaus, Henry van de Velde, Hagen, Nachdruck 1984, S. 66.