Bedeutende Schmuckkunst aus dem 20. Jahrhundert - zwei Privatsammlungen

Vorbericht

Bedeutende Schmuckkunst aus dem 20. Jahrhundert – zwei Privatsammlungen

In diesem Jahr widmen wir erstmals der Schmuckkunst des 20. Jahrhunderts eine eigenständige Auktion. Bereits im vergangenen Jahr zogen die Stücke des Düsseldorfer Goldschmieds Friedrich Becker aus der Sammlung von Ellen Sauter großes Interesse auf sich und erzielten Rekordpreise. Das 155 Lose umfassende Angebot, das am 12. Dezember versteigert wird, vereint viele bedeutende Namen und exzellente Arbeiten. Gleich zwei Privatsammlungen haben den Weg in unser Haus gefunden, die zusammen einen Querschnitt aus über 100 Jahren Schmuckkunst bieten.

Schon seit Jahrhunderten schmückt sich der Mensch, doch gerade im 20. Jahrhundert gewinnt die Schmuckgestaltung noch mehr an Bedeutung. Als Schnittstelle zwischen bildender Kunst und Kunsthandwerk vereint das Medium Schmuck Ausdrucksformen aus Design, Architektur, Malerei, Bildhauerei und Konzeptkunst. Der Goldschmied tritt als Kunsthandwerker und Künstler auf. Er ist der geistige Autor seiner Werke und nimmt sich in der Gestaltung mit Gold, Silber, Edelmetallen und vielen anderen Materialien alle möglichen konzeptuellen und gestalterischen Freiheiten heraus. Broschen erscheinen wie kleine Skulpturen, die kinetische Kunst der 1960er Jahren zeigt sich in einigen Werken, malerische Effekte oder minimalistische Tendenzen gehören zur reichen Bandbreite der Entwürfe, die im vergangen Jahrhundert Geschichte in der Goldschmiedekunst geschrieben haben. Die Offerte der Auktion zeigt in großer Qualität die kontrastreichen und spannenden Ergebnisse dieser Entwicklung.

Eine deutsche Privatsammlung Insgesamt 42 Objekte preisgekrönter Gold- und Silberschmiede sind hier vertreten, die für die Entwicklung der modernen Schmuckgestaltung und des Autorenschmucks in Deutschland von großer Bedeutung sind. Der Sammler, der die Arbeiten mit großer Sorgfalt auswählte, erwarb fast alle Stücke direkt bei den Künstlern. Zu den Höhenpunkten der Offerte zählen Werke von Hermann Jünger und Klaus Ullrich. Othmar Zschaler, Ebbe Weiss-Weingart und Jens Rüdiger Lorenzen gehören ebenfalls zu den nennenswerten Persönlichkeiten, die mit ihren Arbeiten die deutsche Schmuckkunst prägten.

Die belgische Privatsammlung Die zweite Sammlung umfasst 84 Lose und zeigt vielfältige Arbeiten von internationalen Designern und bildenden Künstlern. Darunter sind Schmuckstücke von Arnaldo Pomodoro, Line Vautrin und der schwedischen Designerin Vivianna Torun Bülow-Hübe, deren Entwürfe von der Firma Georg Jensen ausgeführt wurden. Die Sammlung spiegelt das breitangelegte ästhetische Interesse des Sammlerpaares wider. Neben eleganten Ketten, Armreifen und Ringen, die Träger und Trägerinnen auch im Alltag schmücken, finden sich außergewöhnliche, besonders künstlerische Arbeiten, deren Objektcharakter im Vordergrund steht.

Die beiden einzigartigen Sammlungen werden durch 29 weitere hochwertige Arbeiten aus diversem Besitz ergänzt.