Bauhaus - Deutsches Design

Nachbericht

174 Lose deutsches Design waren am ersten Auktionstag im Angebot. Im Kapitel 'Bauhaus' waren vor allem Entwürfe von Designerinnen sehr beliebt.

Es begann mit der 'Frankfurter Küche' der gebürtigen Österreicherin Margarete Schütte-Lihotzky, die für Brutto €23.300 versteigert werden konnte (Lot 4). Marianne Brandt, Leiterin der Metallwerkstätte am Bauhaus 1928/29, entwarf die Deckenleuchte '720' zusammen mit Hin Bredendiek für die Firma Körting & Mathiesen 1929 (Lot 44). Sie konnte für €1.036 zugeschlagen worden. Ihre Tischuhr für die Ruppelwerke, aus der gleichen Zeit, wurde für den selben Betrag verkauft (Lot 47). Die Werke der Keramikerin Eva Zeisel-Stricker werden auch immer beliebter. Ihr Teeservice aus runden und eckigen Formen, um 1928, war höchst gefragt (Lot 9), für €2.072 tritt es nun die Reise nach Italien an. Das Service 'Fiuma' aus der selben Zeit (Lot 25) erbrachte immerhin €893.

Natürlich dürfen die Herren aus dem Bauhaus nicht fehlen. Marcel Breuers schwarzer 'B 65'-Schreibtisch von 1929/30 (Lot 29) geht für €6.734 nach Hessen. Auch Ludwig Mies van der Rohes Paar 'Barcelona'-Sessel aus früher Knoll-Produktion wurden für €6.888 in die Schweiz verkauft (Lot 60).

Egon Eiermann dominierte das 2. Kapitel. Die schönen Stücke aus seinem Privathaushalt waren höchst begehrt und so verwundert es nicht, dass das geniale Clavichord mit Untergestell, das er zusammen mit seinem Schüler und Mitarbeiter Rainer Schütze gefertigt hatte (Lot 68), nun für €4.921 ein neues Zuhause findet. Einer der Sofatische mit Baumscheibe, um 1950 (Lot 128), wurde für €4.428 nach Schweden verkauft. Imposant waren auch die beiden Deckenleuchten, aus je drei 'Diana'-Schirmen von Wilhelm Wagenfeld, 1954 (Lot 99). Sie gehen für €5.957 nach Köln. Mehrere Museen stritten sich unter anderem auch um die Objekte von Herbert Hirche. Sein Servierwagen von 1956 (Lot 98, €1.036) und das Radio 'Stereo-Tischsuper RC8 TS 3' von 1958 für Braun (Lot 111, €389) werden wohl demnächst öffentlich zu sehen sein. Eine Besonderheit stellt Ferdinand Kramers Regenschirm 'Rainbelle' aus Papier dar (Lot 126). 1948 in USA entworfen, kam er 1951 auf den Markt. Das seltene Stück, nur zwei Exemplare in öffentlichen Sammlungen sind bekannt, im Bauhaus-Archiv Berlin und Museum für Gestaltung, Zürich, geht für €1.425 an einen Privathaushalt.

Aus den späteren Kapiteln ist wieder einmal das seltene und beliebte Nashorn von Renate Müller und Helene Häusler, 1967 zu nennen (Lot 139). Für €3.367 tritt es dieses Mal die Reise in die Türkei an. Von 1988 ist einer der nicht häufig auf dem Markt auftauchenden Teppiche von Hans Theo Baumann, der für €1.845 in die Schweiz verkauft wurde (Lot 173).

Im Nachverkauf, der bis zum 21. Juli andauern wird, können Sie noch einige besonders seltene und schöne Exemplare erwerben.