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89. Auktion: Jugendstil - Art Déco - 20. und 21. April 2010

89. Auktion am 20. und 21. April 2010

Jugendstil - Art Déco am 20.04. um 12 Uhr
Hagenauer - Eine Privatsammlung am 21.04. um 14 Uhr


Vorbesichtigung:
15. und 16. April: 10 - 18 Uhr
17. und 18. April: 13 - 17 Uhr
19. April: 10 - 15 Uhr

 

Vorbericht 'Hagenauer - Eine Privatsammlung'


Eine Sammlung von 329 Metallobjekten aus der Werkstätte Hagenauer gehört zu den Highlights der Auktion Jugendstil - Art Déco, die Quittenbaum in zwei Teilen am 20. und 21. April veranstaltet.


Die über fünfundzwanzig Jahre zusammen getragene Kollektion enthält die gesamte Bandbreite der berühmten Wiener Manufaktur für Bronzearbeiten und Metallskulpturen: dekorative Kerzenleuchter, Zündholzhalter, Gluttöter, Buchstützen in Form stilisierter Tiere, afrikanische Figürchen, Tänzerinnen, Porträtbüsten und Kühlerfiguren. Die meisten Objekte der Sammlung stammen aus den zwanziger bis fünfziger Jahren; die Preise rangieren von geschätzten € 60 für kleine seriell gefertigte Objekte bis € 12.000 für eine handgetriebene Arbeit von Franz Hagenauer. 1898 gründete der als Gold- und Silberschmied ausgebildete Carl Hagenauer seine Werkstatt und öffnete sich als einer der ersten im Metall verarbeitenden Kunstgewerbe den neuen Formen des Jugendstils. 1919 trat sein ältester Sohn Karl in den Betrieb ein, der bei Gebrauchsgegenständen auf klare geometrische Konturen und Funktionalismus setzte. 1925 kam der jüngste Sohn Franz nach seiner Ausbildung bei dem Bildhauer Anton Hanak in die florierende Werkstatt, die auch sehr erfolgreich nach Amerika exportierte. Franz Hagenauer konzentrierte sich anfangs auf Skulpturen, Quittenbaum offeriert zwei weibliche Köpfe, um 1930 aus Messing (€ 12.000) und eine frühe Maske aus getriebenem Alpaka von 1925 (€ 2.400).

Von Karl Hagenauer stammen unter anderem ein Kaffeeservice und ein elegantes Teeservice, die seine Vorliebe für schlichte, funktionale Entwürfe demonstrieren. Eine Serie von afrikanischen Kriegern, Tänzerinnen und Kindern illustrieren dagegen das zu Anfang des 20. Jahrhundert in Europa herrschende Interesse an exotischen Kulturen und fremden Völkern. Die Werkstätte Hagenauer schuf keine naturalistischen Darstellungen, sondern dekorative archetypische Figuren wie den sitzenden Krieger (€ 1.200) und die Afrikanerin mit Kind (€ 1.200). Dekorative Kleinbronzen gehörten zu Hagenauers Exportschlagern nach Amerika wie die Cartoonfigur "Felix the Cat" als Kühlerfigur aus Messing von 1928 (€ 840). Im Gegensatz zu der Wiener Werkstätte, die unter der Wirtschaftskrise der zwanziger Jahre litt und 1936 Bankrott ging, konnte sich die Werkstätte Hagenauer halten. In den fünfziger Jahren kamen zu den Metallobjekten auch Figuren aus Holz und Möbel hinzu. Franz Hagenauer schuf weiterhin bis zu seinem Tod 1986 elegante Metallskulpturen.