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Auktion 101A: Friedensreich Hundertwasser - Tapisserie nach dem Gemälde 'No. 236 Österreichische Eindrücke'

101A/538

Friedensreich Hundertwasser
(Wien 1928 - 2000 Neuseeland), Wien


Autorisierte Tapisserie nach dem Gemälde
'No. 236 Österreichische Eindrücke'


Unikat. In klassischer Gobelin-Technik gefertigte Bildwirkerei von Hilde Absalon, Wien, Mai bis September 1967.

135 x 95 cm.
Wolle.
In der Darstellung oben rechts bez.: HUNDERTWASSER (gewirkt).

Schätzpreis: EUR 22000 - 26000

 

 

 

 


Provenienz: Aus der Sammlung eines deutschen Kunsthistorikers; erworben bei der Galerie Richard P. Hartmann, München, 1968 (Rechnung liegt vor).


Signierte, schriftliche Autorisierung (Schreibmaschine) des Künstlers vom 10. November 1967 liegt vor: 'Ich Hundertwasser bestätige, dass der von Frau HILDE ABSALON nach meinem Bild "No 236 OESTERREICHISCHE EINDRUECKE" gewebte Gobelin mit meinem Wissen und Willen gefertigt wurde. Die mit meiner Billigung auftretenden Unterschiede des Gobelins zum Originalbild steigern meiner Ansicht nach die Wirkung des Motivs beträchtlich. Frau Hilde Absalon ist die einzige Weberin, die von mir autorisiert wurde, Gobelins nach meinen Bildern herzustellen, und ich freue mich sehr, dass sie dies tut. Wien, den 10. November 1967 (Signatur)' - weiterer handschriftl. Vermerk: 'Der Gobelin wurde besser als das Originalbild dessen Farben eher Stumpf sind. Der Gobelin hat ein eigenartiges mystisches Leuchten, was das Originalbild nicht hat. Das Bild ist sozusagen von Frau Hilde zum Leben erweckt worden.'
Aus einem Schreiben der Assistentin von Friedensreich Hundertwasser vom 21. Mai 1968 geht hervor, dass zu jenem Zeitpunkt die Vorlage des Gobelins, das Gemälde 'Österreischische Eindrücke', verschollen zu sein scheint.
 

Ausstellungen: Haus der Kunst, München, Hundertwasser, 1975; Museum für Angewandte Kunst, Wien, Hundertwasser, 1978/79.


"Bei der Übertragung seiner Werke in eine Tapisserie ging es Hundertwasser um die freie Umsetzung eines seiner Werke in ein anderes Medium und um die Künstlerische Interpretation durch die Weber, das heißt um eine Umsetzung ohne Vorlage bzw. Karton. Nach Hundertwassers Auffassung konnte nur diese Vorgehensweise ohne Karton dem Werk Leben einhauchen, nur so konnte ein echtes künstlerisches Werk entstehen und nicht eine unbeseelte Kopie der Vorlage. Aus diesem Grund sind alle Hundertwasser-Tapisserien Unikate" (Ausst.-Kat. Der unbekannte Hundertwasser, Kunsthaus Wien, München 2008, S. 137.


Der Teppich war Frau Dr. Andrea Fürst zur Begutachtung vorgelegt worden, die Echtheit wurde per Email bestätigt.