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Kunst schätzen
89. Auktion: 'Jugendstil - Art Déco' und 'Hagenauer - Eine Privatsammlung'
Auktion 089 am 20. und 21. April 2010
Jugendstil - Art Déco
Hagenauer - eine Privatsammlung
Nachbericht
Zum Auftakt kamen am 20. April Objekte des Jugendstil und des Art Déco aus Frankreich, Deutschland und Österreich sowie aus einigen Europäischen Nachbarländern und den USA zum Aufruf. Am zweiten Tag folgte dann eine Schweizer Privatsammlung mit Skulpturen und Kleinbronzen der Werkstätte Hagenauer.
Jugendstil - Art Déco
Die größte Nachfrage zeigte sich beim französischen Glas - 70% der Offerte wurde abgesetzt. Die Vasen und Objekte aus 'Pâte de Verre', einer Glaspaste, von Künstlern wie Gabriel Argy-Rousseau und Amalric Walter konnten sogar zu 90% verkauft werden. Zahlreiche Telefonbieter, vor allem aus Frankreich und Japan, steigerten Vasen von Emile Gallé auf ein Vielfaches der jeweiligen Schätzungen, so etwa eine so genannte 'Soufflé'-Vase, die bei € 1.000 aufgerufen und erst bei € 3.800 zugeschlagen wurde.
Auch Keramik aus Frankreich stand hoch im Kurs: zwei Arbeiten Emile Gallés wurden etwas unter ihren Schätzpreisen für € 6.500 und € 7.500 zugeschlagen. Eine Jardiniere in Form einer Heuschrecke von Jérôme Massier kletterte dagegen von € 3.000 auf € 8.200. Auch deutsche Keramik war gefragt. Neben einigen guten Zuschlägen für Max Laeuger kamen die beiden Skulpturen von Bernhard Hoetger aus der Serie der 'Licht- und Schattenseiten' zusammen auf € 13.800.
Das interessante Angebot an Kleinskulpturen wurde ebenfalls zum Großteil verkauft. Den höchsten Zuschlag erzielte die 'Danseuse de Palmyra' von Demètre H. Chiparus mit € 20.000. Bei den Möbeln kam sehr rege Nachfrage von internationalen Sammlern. So wurde eine seltene Etagere von Emile Gallé mit plastisch gestalteter Libelle von € 18.000 auf € 34.000 hoch gesteigert.
Die einzigartige Privatsammlung von Eierschalenporzellanobjekten der Manufaktur Rozenburg, Den Haag, wurde zu 95% verkauft. Mehrere Telefonbieter steigerten eine Henkelvase mit Malerei von Samuel Schellink auf € 7.000. Den höchsten Zuschlag erzielte eine Henkelvase mit Malereien von J. L. Verhoog mit € 10.000.
Privatsammlung Hagenauer
Rund 75% der Privatsammlung wurden zugeschlagen, und vor allem bei den Holzskulpturen wurden erstaunliche Steigerungen erzielt. Bei den wichtigsten Arbeiten aus Metall wurden dagegen die Schätzungen meist bestätigt.
Gleich zu Anfang hoben mehrere Bieter einen skulptural gestalteten Beistelltisch aus den zwanziger Jahren von € 4.000 auf € 9.300. Das Paar weibliche Köpfe, um 1930, ging knapp unter der Schätzung für € 10.000 nach Österreich und ein früher Kopf aus Messing, der stilistisch mit Arbeiten der Wiener Werkstätte verbunden ist, fand bei € 7.000 einen Käufer.
Sehr spannend waren die Bietgefechte um die in den letzten Jahren schon etwas höher bewerteten Arbeiten aus Holz. Hier überraschte eine exotische Tänzerin auf dreieckigem Holzsockel mit einem Rekordzuschlag von € 14.000, nachdem die Figur bei € 1.500 aufgerufen worden war. Die sitzende 'Ashanti'-Frau wurde von € 600 auf € 11.000 gesteigert und ein hockender Krieger von € 500 auf € 6.200.









