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Kunst schätzen
Design: Auktion 091C - 21.09.2010
Bruno Gambone (Vietri sul Mare, 1936)
Als Sohn eines der bekanntesten italienischen Keramiker der 1950er Jahre, Guido Gambone, kam Bruno bereits mit 14 Jahren in die Werkstatt seines Vaters in Florenz, wo er sein Handwerk lernte. Begierig auf neue Einflüsse, arbeitete er auch mit anderen Werkstätten zusammen und erweiterte seinen Horizont indem er sich auch mit der Schmuckherstellung, dem Textildesign und der Malerei beschäftigte. Auch reiste er viel und verbrachte die Jahre 1963 bis 1968 in New York, wo er mit den Pop-Art-Künstlern Roy Lichtenstein, Andy Warhol und Robert Rauschenberg zusammen traf und sich in dieser Zeit der Malerei verschrieb. Zurück in Italien, traf er in Mailand u. a. Lucio Fontana und Gianni Colombo, die ihn inspirierten. Nach dem Tode des Vaters im Jahre 1969 eröffnete Bruno seine Werkstatt in Florenz, die bis heute besteht.
Das Werk Bruno Gambones zeichnet sich aus durch klare Formen, die er fast ausschließlich in Steinzeug fertigt. Sein Augenmerk gilt weniger dem Unikat, als eher dem besonderen Dekorationsobjekt, ansprechende Vasen und Skulpturen, die er in Serie herstellt. Als Dekor bevorzugt er gedeckte Farben, die er meist auch nur sparsam einsetzt. Als Beispiel eine Vase mit einer zweiseitig abgeflachten Rundform mit trichterförmigem Hals, mit einer schrundigen, erdfarbenen Glasur, der Korpus auf Vorder- und Rückseite mit geritzten horizontalen Linien, in Brauntönen hinterlegt, dekoriert (Los 169). Daneben gibt es aber auch immer wieder kleine Unikate, wie z. B. das humorvolle Selbstportrait, das Gambone in den 1990er Jahren von sich fertigte: Ein Mondgesicht mit einer vertikalen, aufgelegten, schmalen Nase, darunter der unverkennbare Schnurrbart (Los 171).
Faridah Younès M.A.









